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ARD-Redakteur wünscht sich mehr Meinungsvielfalt

Kritiker werfen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk häufig vor, politisch einseitig zu sein. Helge Fuhst möchte die verschiedenen Meinungen in der ARD sichtbarer machen.

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<p><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ARD_-_Hauptstadtstudio_in_Berlin.jpg">Asif Masimov</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>, via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]</p>

Asif Masimov, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Berlin. – Der Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell, Helge Fuhst, hat sich in einem Interview mit der „Welt“ für mehr Meinungsvielfalt bei den Kommentaren der „Tagesthemen“ ausgesprochen. Im Gespräch führte er aus, dass man das Meinungsspektrum in der Sendung stärken wolle. „Denn es gibt die unterschiedlichsten Meinungen bei uns in der ARD. Wir müssen sie nur noch sichtbarer machen. Gerade die föderale Struktur der ARD zeigt verschiedene Perspektiven, wir müssen dabei allerdings die richtige Mischung finden.“

„Meinungspluralismus sichtbar machen“

Auch bei den Zuschauern bestehe ein Wunsch nach größerer Meinungsvielfalt, wie sich u. a. bei der Kommentierung zum Klimawandel 2019 gezeigt habe. „Wir dürfen in den ‘Tagesthemen’ nicht den Eindruck erwecken, dass wir die Menschen missionieren wollen. Wir geben Einschätzungen und Denkanstöße. Die ARD ist so breit aufgestellt, dass wir unseren Meinungspluralismus sichtbar machen und sich die Zuschauerinnen und Zuschauer selbst eine Meinung bilden können“, sagte Fuhst. Über erste Schritte dahin zeigte er sich erfreut. „Inzwischen kommentieren in den ‘Tagesthemen’ endlich etwa so viele Frauen wie Männer. Was uns beispielsweise noch guttun würde, sind jüngere Gesichter. Wie blickt jemand mit Mitte 20 auf das Weltgeschehen?“ Fuhst gab sich optimistisch, dass die Auswahl der Kommentatoren sich weiter verändern und dadurch diverser werde.

Die Auswahl der „Tagesthemen“-Kommentatoren obliegt der ARD-Chefredaktion im Verbund mit allen neun ARD-Sendern. „Früher ging es da viel um politischen Parteienproporz, der spielt heute keine Rolle mehr. Statt dessen müssen wir sicherstellen, dass wir die Gesellschaft abbilden und sich die Zuschauerinnen und Zuschauer in den verschiedenen Meinungen wiederfinden können.“

Es sei durchaus möglich, dass es bei den Öffentlich-Rechtlichen derzeit zu wenig konservative Stimmen gebe. Das läge wohl daran, dass seine konservativen Kollegen wegen der Furcht vor Shitstorms vorsichtig seien, mutmaßt Fuhst. Damit hätten jedoch alle Journalisten zu kämpfen, da jede Meinung heute heftige Reflexe auslösen könne.

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