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Wegen umstrittenen Tweets

Amerikanischer Sender setzt Erfolgsserie ab

Die Fortsetzung der beliebten amerikanischen Sitcom „Roseanne“ war von kurzer Dauer. Die Verantwortlichen des Senders ABC zogen nach einem als „rassistisch“ empfundenen Tweet von Hauptdarstellerin Roseanne Barr die Reißleine. 

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<p>Bild (Roseanne Barr in der Doku &#8222;I am Comic&#8220;, 2010): Monterey Media via <a href="https://www.flickr.com/photos/montereymedia/5367870718/">Flickr</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>]</p>

Bild (Roseanne Barr in der Doku „I am Comic“, 2010): Monterey Media via Flickr [CC BY-SA 2.0]

Die ursprüngliche Serie lief von 1988 bis 1997 über neun Staffeln und begeisterte durch den ironischen Galgenhumor der einstigen Stand-Up-Kabarettistin. Durch seine Handlung im Arbeitermilieu, welche alltägliche Probleme einfacher Menschen behandelte, fühlten Fans weltweit mit den verständlichen Charakteren mit. Umso größer war die Begeisterung, als die Serie nun eine Fortsetzung erfuhr – die letztlich nur neun Folgen anhielt.

Roseanne Barr gilt als Trump-Unterstützerin

Bereits als die zehnte Staffel, welche 20 Jahre nach der ursprünglichen Haupthandlung spielt, angekündigt wurde, gab es allerdings auch kritische Stimmen. Manchen Kommentatoren waren mit den politischen Präferenzen der Hauptdarstellerin nicht einverstanden. Nachdem sie sich im Jahr 2012 selbst erfolglos um die Nominierung zur Präsidentenwahl für eine Kleinpartei bewarb, bekundete sie jüngst immer öfter ihre Unterstützung für den amtierenden Präsidenten Donald Trump. Einige versuchten deshalb unter dem Hashtag #BoycottRoseanne den Erfolg des Revivals zu schmälern.

Tweet als Stolperstein

Wenige Tage nachdem die Serie durch den anhaltenden Erfolg sogar eine elfte Staffel bekommen sollte, kam es zum Eklat. Barr schrieb auf Twitter, die ehemalige Obama-Beraterin Valerie Jarrett sähe aus, als hätten die „Muslimbruderschaft und Planet der Affen ein Baby“ miteinander bekommen. Da Jarrett tatsächlich im Iran geboren wurde und gleichzeitig über afro-amerikanische Vorfahren verfügt, interpretierten viele die Aussagen als vermeintlich rassistisch motiviert.

Auch wenn sich Barr in weiterer Folge für ihren Kommentar bei Jarrett entschuldigte, diesen als „misslungenen Witz“ bezeichnete und löschte, war das Ende ihrer Erfolgsshow besiegelt. Am bisherigen „Roseanne“-Programmplatz sollen stattdessen alte Folgen einer anderen Sitcom („The Middle“) laufen. Channing Dungey, die Präsidentin des Medienriesen ABC begründete die Entscheidung am Dienstag wie folgt:

„Roseannes Twitter-Mitteilung ist abscheulich, abstoßend und stimmt nicht mit unseren Werten überein, und wir haben entschieden, ihre Show abzusetzen“.

Lob und Kritik an Rauswurf

Während einige Beobachter dem Sender für seine Entscheidung applaudieren, mehren sich auch die Kritiker am Barr-Rauswurf. Während einige konservative Kommentatoren mit Unverständnis reagieren und auf das traditionell starke Recht auf Meinungsfreiheit in Amerika plädieren (Erster Verfassungszusatz), finden auch einige liberale Kolumnisten die Vorgänge problematisch. Denn aufgrund ihrer Bekanntheit ändere sich nichts an ihrer Möglichkeit, Menschen mit derartigen Botschaften in sozialen Medien zu beeinflussen. Dies sei bereits früher geschehen, ABC hätte damals aber nichts dagegen unternommen.

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