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Wien

Häupl übergibt Bürgermeisteramt an Ludwig

Nach fast 24 Jahren ist es so weit: Michael Häupl (SPÖ) verabschiedete sich als Bürgermeister der Bundeshauptstadt. Die Tagesgeschäfte übernahm Michael Ludwig, der Wiener Parteivorsitz wurde bereits am Parteitag Ende Jänner übergeben.

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<p>Nach über 23 Jahren übergab Michael Häupl (mi.) das Bürgermeisteramt an Michael Ludwig (re.) und geht in den wohlverdienten politischen Ruhestand. Bild (SPÖ-Sommerfest 2013): SPÖ Presse und Kommunikation via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sommerfest_2013_(9428477559).jpg">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>]</p>

Nach über 23 Jahren übergab Michael Häupl (mi.) das Bürgermeisteramt an Michael Ludwig (re.) und geht in den wohlverdienten politischen Ruhestand. Bild (SPÖ-Sommerfest 2013): SPÖ Presse und Kommunikation via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0]

Verbunden mit der Amtsübergabe war eine formelle Abstimmung über die Nachfolge, wobei der Neo-Bürgermeister  56 von 100 Stimmen auf sich vereinen konnte. Das heißt, auch ausgewählte Mandatare der Opposition schlossen sich seiner Wahl an. Ebenso kam es zur Angelobung von vier neuen Stadträten, die Umbildung der Stadtregierung kündigte Ludwig bereits vor zehn Tagen an – Die Tagesstimme berichtete.

ÖVP-Juraczka befürchtet Fortsetzung von „alter Politik“

Indes bezweifeln Oppositionspolitiker, dass sich mit der neuen Stadtführung auch ein Paradigmenwechsel bei Wiener Kernthemen abzeichnet. ÖVP-Klubobmann Manfred Juraczka kritisierte in diesem Zusammenhang das Abstimmungsverhalten der roten und grünen Mandatare. Die Volkspartei hatte mehrere Anträge eingebracht, welche allesamt abgelehnt wurden.

Dabei handle es sich nach VP-Aussendung auch um Projekte, welche der neue Stadtchef selbst angekündigt habe. Damit stünden Ludwig und sein Team für das „alte SPÖ-System der Misswirtschaft“, die Wiener würden von einem Bürgermeister „mehr Klartext, Gestaltungswillen und Mut“ erwarten. Dass sich Ludwig offenbar entschieden habe, die „alte Politik“ fortzusetzen, sei eine „Enttäuschung“.

Häupl-Abgang nach knappem Vierteljahrhundert

Beim aus dem Amt geschiedenen Häupl handelt es sich um einen gleichermaßen bejubelten wie umstrittenen Politiker. Beinahe ein Vierteljahrhundert leitete er die Geschicke der Bundeshauptstadt, insgesamt saß er 35 Jahre lang im Gemeinderat. Derart prägend war sein Einfluss, dass mancher Häupl-Sager zum geflügelten Wort wurde. Er wusste stets zu polarisieren. Entsprechend zwiespältiger Natur war auch sein Abscheid. Während die Mehrzahl der Fraktionen im Gemeinderat nach seiner 45-minütigen Ansprache anerkennenden Applaus spendeten, klatschten bei den Freiheitlichen nur einzelne Mandatare.

Erst vor zwei Wochen bezeichnete Häupl die zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat als „größte Arbeiterverräterpartei, die es gibt“, auch generell war sein Verhältnis zur FPÖ durch vehemente Abgrenzung geprägt. Wenige Tage zuvor sorgten Aussagen Häupls, wonach Kopftuchträgerinnen eine „Bereicherung des Stadtbildes“ seien, für einige Aufregung. Auch diese Äußerungen wurden als Spitzfindigkeit gegenüber der türkis-blauen Bundesregierung gesehen, diese plant ein Kopftuchverbot für Kindergärten und Schulen.

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