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Politik

Knappes Rennen bei US-Wahl

Monika Šimić

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Anders als in Umfragen prognostiziert, schlägt Joe Biden sich nicht so gut. Unterdessen geht einer der wichtigen „Swing States“, nämlich Florida, an Donald Trump.

In den USA sind alle Wahllokale geschlossen, nun werden die Stimmen ausgezählt. Es zeigt sich, dass das Rennen um das Amt des US-Präsidenten knapper ist als viele Umfragen es vorausgesagt haben. Seit Monaten hat der demokratische Kandidat Joe Biden in den Umfragen vor Donald Trump gelegen. Bisher zeichnet sich aber ab, dass Trump vor allem in den umkämpften „Swing-States“ um einiges besser abgeschnitten hat, als die Statistiker erwartet hatten.

Trump holt sich Florida und Texas

So wird die Wahl tatsächlich in den wenigen „Swing-States“ entschieden. Dazu zählen vor allem Florida, Wisconsin, Pennsylvania und Michigan sowie Texas, wo besonders viele Wahlleute zu holen sind. Dem amerikanischen Sender Fox-News zufolge, gehen die Staaten Florida und Texas an Trump. Auch Ohio wird an Trump gehen, wie bereits mehrere Medien bestätigt haben. Weitere Staaten, die laut Prognosen an Trump gehen werden, sind unter anderem Indiana, Kentucky, West Virginia, South Carolina, Oklahoma, Tennessee, Mississippi, Arkansas und Kansas. Die Staaten Vermont, Virginia, Massachusetts, Maryland, D.C., Delaware, New York und New Jersey etwa konnte laut CNN-Prognosen hingegen Biden für sich entscheiden.

Trump ortet „Wahlbetrug“

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Biden trotz des knappen Rennens siegessicher. Unterdessen beschuldigte Trump die Demokraten in einem Tweet, ihm den Sieg „stehlen“ zu wollen. In einer Rede im Weißen Haus sprach er von „Betrug am amerikanischen Volk“ und beanspruchte einen Sieg bei der Präsidentschaftswahl für sich. „Wir haben diese Wahl gewonnen“, sagte er, obwohl in mehreren Bundesstaaten die Wahlzettel – vor allem zahlreiche Briefwahlstimmen – noch immer ausgezählt werden. Angesichts dieser Verzögerung sprach er von „Betrug“ und kündigte an: „Wir werden vor den Supreme Court ziehen. Wir wollen, dass alles Wählen endet.“

Hintergrund von der Drohung mit dem Obersten Gericht könnte sein vielfach erklärtes Misstrauen gegen Briefwahlstimmen sein, die wegen der Corona-Pandemie diesmal besonders zahlreich sein sollen und deren Auszählung wegen unterschiedlicher Fristen in den einzelnen Staaten noch mehrere Tage dauern dürfte. Alleine vor dem Wahltag gingen laut dem US Election Project der Universität von Florida mehr als 65 Millionen Briefwahlstimmen bei den Wahlbehörden ein. Zudem werden in manchen Bundesstaaten – unter anderem im besonders umkämpften Pennsylvania – Briefwahlstimmen mit Poststempel vom Wahltag auch dann noch angenommen, wenn sie einige Tage nach der Wahl bei den Behörden eingehen.

Twitter versieht Trump-Tweet mit Warnhinweis

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat den erwähnten Tweet von Trump, die Demokraten würden ihm den Sieg „stehlen“ wollen, indes mit einem Warnhinweis versehen. „Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind umstritten und möglicherweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess“, hieß es – auch auf Deutsch – in der Twitter-Warnung.

Warten auf das finale Ergebnis

Bis es tatsächlich ein spruchreifes Ergebnis gibt, könnte aber noch viel Zeit vergehen. So kam es etwa in Georgia aufgrund eines Softwarefehlers zu Verzögerungen bei der Auszählung der Briefwahlstimmen. Die Bundesstaaten, in denen sich das Rennen wohl entscheiden wird, sind solche, die traditionell lange für die Auszählung der Briefwahlstimmen brauchen. In Pennsylvania könnte das bis Freitag dauern. Auch im umkämpften Michigan wird erst am Mittwochabend Ortszeit mit Ergebnissen gerechnet.

Insgesamt zeichnete sich bei der Wahl eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Eine Rekordzahl von etwa hundert Millionen Bürgern hatte schon vor dem offiziellen Wahltermin abgestimmt – per Briefwahl oder durch direkten Einwurf der Wahlzettel.

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