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Gesellschaft

Islamist sticht auf Mann ein – offenbar weil Vater für die AfD warb

Julian Schernthaner

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Der irakischstämmige Mann, der als tatverdächtig gilt, soll sogar Wiederholungstäter sein. Die Attacke in Stolberg dürfte im Zusammenhang mit der Kommunalwahl stehen.

Stolberg. – In der Nacht auf Sonntag – also direkt vor den Gemeindewahlen in Nordrhein-Westfalen schlug der mutmaßliche Täter zu. Als der Angegriffene (23) mit seinem Auto langsam vorbeifuhr, soll der Iraker (21) die Tür des Fahrzeugs geöffnet und einfach zugestochen haben. Angeblich war die Attacke auch von „Allahu Akbar“-Rufen begleitet.

Amtsbekannter Islamist sah Sujet als „Verrat“

Der Geschädigte der Gewalttat trug schwere Verletzungen davon und liegt im Krankenhaus, ist aber außer Lebensgefahr. Besonders brisant: Die Auswahl des Opfers geschah anscheinend nicht zufällig – sondern aufgrund der politischen Heimat seines Vaters. Dieser war nämlich einer von vier Männern, mit denen AfD-Ortschef Hans Wolf auf einem Plakat für Stimmen in der Community warb: „Auch Deutsch-Türken wollen Veränderung.“

Für den späteren Messerstecher stellte dies aber einen „Verrat am Islam“ dar. Dabei geschah eine solche Tat laut WDR berichtet nicht aus heiterem Himmel. Denn der Staatsschutz führte den tatverdächtigen Iraker bereits seit längerem als Prüffall, nunmehr gilt er als Gefährder. Dabei hatte der Mann offenbar bereits im März unter „Allahu Akbar“-Geschrei einen Kontrahenten attackiert. Trotzdem blieb er damals auf freiem Fuß – nun wurde gegen ihn ein Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen.

AfD kritisiert Vorfall – Mitbewerber schweigen eisern

Diverse AfD-Politiker zeigten sich über die Vorfälle bestürzt. Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier sprach von einer „neuen Dimension der Gewalt“ gegen die Partei. Der kommissarische AfD-Fraktionsvorsitzende in Brandenburg, Dennis Hohloch, sprach von einem „Anschlag auf uns alle“. Er verband seine Stellungnahme zudem mit einer politischen Forderung: „Islamistische Gefährder müssen abgeschoben werden, bevor sie zuschlagen.“

Während die Anteilnahme der anderen Parteien eher dünn ausfällt, drückte die AfD Stolberg ihr Bedauern für den Vorfall aus. Das betreffende Sujet hatte Stadtparteichef Wolf beim Teetrinken mit vier türkischstämmigen Bürgern gezeigt. Trotz gemischter Reaktionen im Netz darauf habe es keine Anzeichen für Drohungen oder Angriffe gegen einen der Abgebildeten gegeben. Dennoch löschte die örtliche AfD das Motiv im Netz vorerst wieder.

Mehrere Angriffe während Wahlkampf

Es ist nicht der erste Angriff auf die patriotische Partei im jüngsten Wahlkampf im einwohnerstärksten Bundesland Deutschlands. Großteils beschränkten sich Attacken – allerdings vor allem von linker Seite – zuvor auf Sachbeschädigungen. Einige davon drohten auch unverhohlen mit Gewalt.

Nur wenige Tage nachdem ein Mann auf Video dokumentiert hatte, wie er mit einem Messer auf ein Plakat mit dem Konterfei der AfD-Politikerin Marie-Thérèse Kaiser einstach, beschmierte ein Unbekannter in Köln die Plakate für den dortigen AfD-Kandidaten Christer Cremer mit wüsten Drohungen – Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Aufschrei bleibt aus: Dutzende Drohungen gegen AfD-Politikerin Kaiser (11.09.2020)

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