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Gesellschaft

300 Teilnehmer bei Wiener Kahlenberg-Gedenkmarsch

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Am 12. September fand in Wien zum vierten Mal der Gedenkmarsch für den Sieg über die Osmanen im Jahr 1683 statt. Am 12. September 1683 gewann ein christliches Entsatzheer unter der Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski die Schlacht am Kahlenberg und beendete damit die Zweite Wiener Türkenbelagerung.

Wien. – Veranstalter des Gedenkmarsches war dieses Mal die „Kahlenberg-Allianz“, ein Bündnis von Wiener Akademikerbund, Verein Okzident, Pro Vita sowie der „Plattform Gedenken 1683“, dem Veranstalter von letztem Jahr. Störaktionen von Linksextremisten gab es heuer nicht, sodass die Veranstaltung wie geplant am Kahlenberg und Leopoldsberg stattfinden konnte.

Die Zahl der Teilnehmer betrug ungefähr 300. Mit dabei war die Musikkapelle „Kaiserjäger“, die zwischen den Reden immer wieder musizierte, sowie eine Abordnung von slowakischen Personenschützern in Militäruniform, die als Ordner fungierten.

Kritik an fehlendem Sobieski-Denkmal in Wien

Das Gedenken begann pünklich um 17:30 Uhr vor der Josefskirche am Kahlenberg mit der Rede von Alfons Adam, dem Obmann von Pro Vita. Adam bedauerte das Schwinden des christlichen Glaubens in der Gesellschaft und appellierte an die Teilnehmer, wieder an Gott zu glauben. Weiters rief der tschechische Historiker und Politiker Radomír Malý den Zuhörern ins Gedächtnis, dass die Osmanen damals auch in Böhmen und Mähren schlimm gewütet und viele Zivilisten ermordet hätten.

Ján Čarnogurský, ehemaliger slowakischer Ministerpräsident, erinnerte zudem an einen weiteren Sieg der Armee Sobieskis nach seinem Triumph bei Wien, nämlich die Schlacht bei Štúrovo in der Slowakei von 7. bis 9. Oktober 1683. In dieser Stadt gebe es – im Gegensatz zu Wien – ein Denkmal für Sobieski. Auch Wien sollte laut Čarnogurský ein solches Denkmal haben.

Ägyptischer Bischof warnt vor islamischer Expansion in Europa

Danach vergleich Chorepiskopus Emanuel Aydin die Ausbreitung des Islam in Europa mit der muslimischen Expansion im Mittelalter, die verheerend für das Christentum gewesen sei. Alle heutigen islamischen Länder, sogar ein Teil der arabischen Halbinsel, seien ursprünglich christlich gewesen. Der Islam sei nicht tolerant, sondern unterdrücke die Christen. Er selbst habe aufgrund der Diskriminierung 1970 aus Ägypten fliehen müssen, berichtete Aydin.

Nach den Reden vor der Josefskirche wurde der etwa 30-minütige Gedenkmarsch zum Leopoldsberg durchgeführt. Die Teilnehmer trugen dabei Fackeln sowie zahlreiche Wiener Fahnen. Am Leopoldsberg war ebenfalls eine Bühne errichtet, wo die weiteren Reden gehalten wurden.

Irfan Peci zieht Parallele zum Untergang von Byzanz

Der Islamkritiker Irfan Peci übte in seiner Rede scharfe Kritik am türkischen Präsidenten Erdoğan. Dieser betreibe eine aggressiv-expansive Politik mit dem Ziel, das Osmanische Reich wiederherzustellen. Die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee sei eine Botschaft dafür. Auch auf dem Balkan betreibe die Türkei eine Politik der Expansion, meinte Peci. Europa stehe heute in derselben Situation wie 1683, heute werde die Islamisierung allerdings ohne Kampf vorangetrieben, was aufgrund des mangelnden Widerstandswillens der Europäer gelinge.

Peci hielt dem heutigen Westeuropa das Byzantische Reich als mahnendes Beispiel vor. Dieses kämpfte jahrhundertelang gegen muslimische Eindringlinge, erlitt dabei schwere Niederlagen, wie 1071 bei Manzikert, und ging schließlich 1453 mit dem Fall Konstantinopels an die Osmanen endgültig unter. Die Gründe für den Fall von Byzanz sieht Irfan Peci auch bei den Byzantinern selbst, da bei diesen eine gewisse Dekandenz eingesetzt habe: Man bekam zu wenig Kinder, kämpfte nicht mehr selbst, sondern bezahlte fremde Söldner und importierte Lebensmittel, anstatt sie selbst zu produzieren. Im heutigen Westeuropa zeigten sich ähnliche Verfallserscheinungen und man müsse diesen gegensteuern, um einem Schicksal ähnlich dem von Byzanz zu entgehen.

Aktivist appelliert an den „Geist von 1683“

Letzter Redner war ein Aktivist der patriotischen Bürgerbewegung „Die Österreicher“. Er stellte die Abwehr der Türken vor Wien in eine Reihe mit den Siegen von Leonidas gegen die Perser, der Römer und Goten gegen die Hunnen und von Karl Martell gegen die Araber. Unter großen Opfern sei Europa dabei jeweils vor einer Fremdherrschaft bewahrt worden. Dieses Andenken müssten die Europäer bewahren und fördern. Aktuell vollziehe sich jedoch das Gegenteil, denn die Nachkommen der damals Belagerten ließen es zu, dass die Nachkommen der Belagerer die Oberhand in Wien gewinnen. Es finde heute eine neue „Belagerung“ statt, und wieder stehe ganz Europa auf dem Spiel. Bis 2046 werde ein Drittel Wiens islamisch sein, sagte der Aktivist.

1683 sei ein Auftrag für die Gegenwart. Es gelte, sich den Verteidigern von damals würdig zu erweisen. Es gebe noch Hoffnung, jeder könne seinen Teil beitragen. An dieser Stelle rief der DO5-Aktivist zur Teilnahme an der Großkundgebung gegen den Bevölkerungsaustausch am 3. 10. in Wien auf. Außerdem appellierte er an die Zuhörer, Kinder zu bekommen, patriotische Initiativen zu gründen oder diesen beizutreten. Dies sei der Geist von 1683, der gelebt werden müsse, um die Ahnen stolz zu machen, betonte der junge Mann.


Empfehlungen aus dem Freilich-Buchladen:

Victor von Renner: „Wien im Jahre 1683“

Adolf Bekk: „Die Verteidiger Wiens in den Türkenkriegen 1529 und 1683“

Pawel Jaskanis: „Jan III. Sobieski“

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