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Deutschland

E-Sport-Turnier: AfD-Jugend darf nicht teilnehmen

Stefan Juritz

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Ein Magdeburger E-Sport-Verein hat alle politischen Jugendorganisationen eingeladen. Nur die Junge Alternative blieb vom Turnier ausgeschlossen.

Magdeburg. – Am heutigen Sonntag veranstaltet der E-Sport-Verein „Magdeburg eSport e.V.“ ein Videospiel-Turnier unter dem Titel „Politcrash – das jungpolitische CS:GO-Turnier“. Mit dabei sind sämtliche politischen Jugendorganisationen aus Sachsen-Anhalt, wie etwa die Junge Union, Jusos, Grüne Jugend, Junge Liberale und die Linksjugend Solid. Nur die AfD-nahe Junge Alternative fehlt – sie wurde gar nicht erst eingeladen.

Laut eigenen Angaben kontaktierte die JA Sachsen-Anhalt daraufhin den E-Sport-Verein und bat um Einbindung in das geplante Turnier. „Wir verwiesen auf die gute Gelegenheit trotz politischer Differenzen bei einem gemeinsamen Turnier, persönliche Vorbehalte abzubauen. Die erste Reaktion drückte Bedauern aus und eine Absage der Einbindung, da es organisatorisch nicht mehr möglich sei“, heißt es in einer Stellungnahme der JA.

ESBD-Präsident will JA keine „Plattform“ geben

Eine Reaktion des Präsidenten des deutschen „eSport-Bundes Deutschland“ (ESBD), Hans Jagnow, fiel dann jedoch via Twitter sehr eindeutig aus. „Der ESBD & seine Mitglieder stehen ein für Werte der offenen, demokratischen Gesellschaft, in der sich alle Menschen ohne Diskriminierung entfalten können. Rechtspopulismus bedroht diese Werte – ihm keine Plattform zu geben, ihn nicht mitspielen zu lassen, lebt diesen Anspruch“, teilte er auf seinem Twitter-Profil mit.

Wenn in Sachsen-Anhalt Jugendorganisationen der demokratischen Parteien sich im E-Sport messen, dann sei das eine „gute Plattform, um miteinander auf Grundlage unserer Werte auch ins Gespräch zu kommen“. Wo diese Grundlage jedoch fehle, „darf es auch keine Plattform geben“, so Jagnow.

Die Jungen Liberalen Sachsen-Anhalt, eine Vorfeldorganisation der FDP, schaltete sich ebenfalls in die Diskussion ein und erklärte zur Nicht-Einladung der patriotischen AfD-Jugend: „Ne im Online-Gaming gibt es schon genug Extremisten, da brauchen wir nicht noch die JA.“

JA bedauert Vorgehen des Magdeburger eSport e.V.

Kritik an den Vorgängen übte unterdessen die JA: „Wir bedauern das Vorgehen des Magdeburg eSport e.V. und des ESBD aufs Tiefste und hoffen, dass dieser Missstand alsbald beigelegt werden kann. Ein ‚Miteinander‘ ist wünschenswert, jedoch sind es seitens der E-Sport-Verbände bisher nur Lippenbekenntnisse“, reagierte Kevin Michalzik, Beisitzer im Landesvorstand der JA Sachsen-Anhalt, in einer Aussendung.

Eine schriftliche Anfrage der Tagesstimme an den Magdeburger eSport e.V. blieb bis dato unbeantwortet.

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