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Gesellschaft

Anschlag in Berlin: Anzeichen auf islamistisches Motiv verdichten sich

Julian Schernthaner

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Anderthalb Tage nach der Amokfahrt eines Irakers in Berlin kommen immer mehr Puzzleteile zusammen – und immer mehr Indizien deuten auf eine tatsächlich religiös motivierte Tat. 

Berlin. – Es waren schreckliche Szenen, die sich am Dienstagnachmittag auf der Stadtautobahn A100 ereigneten. In mehreren Stadtteilen verursachte ein Iraker offenbar absichtliche Unfälle, drei Schwerverletzte und insgesamt sechs Verletzte sind zu beklagen. Am Ende hielt er an, rief „Allahu akbar“, rollte einen Gebetsteppich aus und lancierte eine Bombendrohung. Spezialisten fanden später hinaus, dass zumindest letztere Aktion ein Bluff war – in der Metallkiste am Dach seines schwarzen Opel Astra war nur Werkzeug,

Tatverdächtiger seit Jahren amtsbekannt

Der mutmaßliche Täter, Sarmad A. – ein abgelehnter Asylwerber mit Duldung – soll bereits früher mit Gewaltdelikten aufgefallen sein. So gab es vor zwei Jahren eine „Widerstandshandlung vor einer Flüchtlingsunterkunft“. Das Verfahren endete allerdings nur acht Monate später mit einem Freispruch – wegen phasenweiser Schuldunfähigkeit.

Gut möglich also, dass der Mann, der seit 2018 auch bei mehreren Körperverletzungen als Verdächtiger gilt, gar nicht ins Gefängnis muss – dies werden die Behörden zu prüfen haben. Derzeit befindet sich laut Berliner Zeitung derzeit in einer psychiatrischen Klinik, die Erkenntnisse des alten Gutachtens liegen der zuständigen Generalstaatsanwältin allerdings noch nicht vor.

Wahrscheinlich Einzeltäter – trotz Gefährder-Bekanntschaft

In der damaligen Unterkunft soll es allerdings nicht nur zu körperlicher Gewalt seitens des mutmaßlichen Autobahn-Terroristen gekommen sein – sondern auch zu Treffen mit einem bekannten islamistischen Gefährder. Wie intensiv dieser Kontakt war, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Der Staatsschutz hingegen führte Sarmad A. laut Berlins Innensenator Andy Geisel (SPD) auf keiner Gefährderliste.

Nach bisherigen Erkenntnissen deutet trotz der Bekanntschaft mit einem Gefährder wenig auf ein organisiertes Netzwerk hin. Da es wohl keine Mittäter gab, gehen die Behörden derzeit – wie so oft – von einem psychisch verwirrten Einzeltäter aus. Gleichwohl kann man zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht ausschließen, dass der Mann in organisierten Islamistenkreisen verkehrte. Bekannt wurde unterdessen, dass er wenige Stunden vor der Tat mit Gebetsmütze vor dem Anschlagsauto posierte.


 

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