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Deutschland

„Hetzkampagne“: Kritik an Anti-AfD-Plakaten katholischer Verbände

Julian Schernthaner

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Scharfe Worte der Kritik an einer Kampagne der Diözesanräte im Bistum Aachen kamen vom AfD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier.

Aachen/Berlin. – Der Diözesanrat – ein wichtiges Laiengremium – entschied sich nach angeblich eingehender Beobachtung politischer Praxis sowie des AfD-Parteiprogrammes für eine Kampagne gegen diese. Mit dem Slogan „Wir wählen! NICHT die AfD!“ trommelt man nun im als liberal geltenden Bistum für eine „bunte und tolerante Gesellschaft“ und gegen Stimmen für die AfD. Die Kommunalwahlen finden in Nordrhein-Westfalen am 13. September statt.

„Kulturkampf um Tradition und Heimat“ als Zankapfel

Nach Ansicht der Verbände stellt die Politik der patriotischen Partei nämlich „einen Widerspruch zu christlichen Werten“ dar. Dies äußere sich vor allem durch vermeintliche „rechte Hetze, Populismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Für besonders schlimm hält die Organisation, dass die Partei einen „Kulturkampf um die Deutungshoheit von Begriffen wie Tradition und Heimat“ führe.

Denn die AfD trachte angeblich nach einer Umdeutung solcher Werte auf „nationalistische und rassistische“ Art. Als katholische Gruppe sprechen man sich dagegen aus. Weiters möchte man all jenen Rückendeckung geben, die „sich Anfeindungen von rechts ausgesetzt sehen“. Somit bedeute die Positionierung auch eine klare Stellungnahme in die eigenen Kirchengemeinden hinein.

AfD-Münzenmaier: „Anpassung an rot-grünen Zeitgeist“

Kein Verständnis für derartige Auswüchse von kirchlicher Seite hat man bei der kritisierten AfD. Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier sprach auf seinem Blog von einer „Anpassung an den rot-grünen Zeitgeist“ und „gezielter Einflussnahme“ auf die Wahl. Dabei diffamiere man „die größte Oppositionspartei in Deutschland auf primitivste Weise“. Er ärgert sich auch über den „parteiischen“ Aufruf, dafür zu sorgen, dass seine Partei in Rathäusern nichts zu sagen habe.

Bereits seit längerer Zeit finde eine „Entfremdung zwischen Gesellschaft und Kirche“ statt,dies zeige sich auch in den steigenenden Austrittszahlen – 273.000 allein im Vorjahr. Mit der aktuellen „Hetzkampagne“ zeige die katholische Kirche auch, dass sie „keine Heimat für konservative und patriotische Bürger bieten kann. Durch Unterwerfung unter die „vorherrschende rot-grüne Ideologie“, schaffe die Kirche somit, „auch ihre letzten treuen Anhänger zu vergraulen“.

Auch bei Katholiken: Immer wieder umstrittene Aktionen

Tatsächlich sorgte bereits in der Vergangenheit die Alleingänge diverser Akteure in der katholischen Kirche für Kritik vor allem unter traditionsbewussten Gläubigen. So spendeten im Herbst 2018 gleich zwei Bischöfe innerhalb kurzer Zeit 50.000 Euro aus Mitteln ihrer Diözese an die umstrittene Asyl-NGO „Lifeline“ – Tagesstimme berichtete. Nur Tage zuvor hatte sich diese etwa auf einem Hemd als „Team Umvolkung“ bezeichnet.

Einige Monate später kritisierte der München-Freisinger Erzbischof Reinhard Marx dann sogar den Begriff „christliches Abendland“. Der Kardinal stieß sich daran vor allem, weil dieser mit einer Ausgrenzung Andersgläubiger einhergehe. Der Begriff verkenne dabei die „große Herausforderung, in Europa dafür zu sorgen, dass verschiedene Religionen mit jeweils eigenen Wahrheitsansprüchen friedlich zusammenleben.”


Weiterlesen: 

Kardinal Marx kritisiert Begriff „christliches Abendland” (12.01.2019)

Nächster Bischof spendet 50.000 Euro an umstrittene NGO „Lifeline” (18.10.2018)


 

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