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Immer mehr Aufgriffe: Britisches Militär verstärkt Präsenz im Ärmelkanal

Monika Šimić

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Die Zahl der Migranten, die per Boot von Frankreich nach Großbritannien gelangen wollen, steigt. Großbritannien schickt deshalb mehr Soldaten an den Ärmelkanal.

London. – Die britische Armee verstärkt wegen steigender Migrantenzahlen ihre Präsenz auf dem Ärmelkanal. Auf Bitten des Innenministeriums seien Spezialkräfte der Royal Navy sowie ein drittes Flugzeug der Luftwaffe zum Ärmelkanal entsandt worden, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace der Nachrichtenagentur AFP. Der Anstieg der Migrantenzahlen belastet aktuell die Beziehungen zwischen Großbritannien und Frankreich.

Konservative Politikerin hatte Einsatz gefordert

„Diese Überfahrten sind letztlich lebensgefährlich und es ist richtig, dass wir den Grenzschutz unterstützen, indem wir Spezialkompetenzen der Verteidigung und unsere Experten zur Verfügung stellen, um dieses kriminelle Verhalten zu stoppen“, sagte Wallace. Den Einsatz der Armee hatte die konservative britische Innenministerin Priti Patel gefordert und betont, dass daran gearbeitet werde, „den Weg unrentabel zu machen und die Kriminellen zu verhaften, die diese Überfahrten erleichtern“.

Wegen des guten Wetters und der ruhigen See hatten in den vergangenen Wochen deutlich mehr Migranten die Überquerung des Ärmelkanals gewagt. Allein am Samstag nahm die französische Küstenwache nach eigenen Angaben 31 Migranten aus mehreren Booten auf, am Vortag waren es 38.

Johnson will Abschieberecht ändern

Die französischen Behörden haben nach eigenen Angaben seit Beginn des Jahres bereits mindestens 810 Migranten auf dem Ärmelkanal aufgegriffen. Laut britischen Medienberichten gelang bislang mehr als 3.400 Migranten die Überfahrt. Allein in den vergangenen zehn Tagen erreichten demnach mehr als 1.000 Migranten die britische Küste. Der britische Premierminister Boris Johnson nannte die Überfahrten diese Woche „sehr schlimm, dumm und gefährlich“. Er kündigte an, das Abschieberecht zu ändern. Zudem fordern konservative britische Abgeordnete einen verstärkten Grenzschutz und mehr Druck auf die französische Regierung bei der Bekämpfung illegaler Migration.

Großbritannien und Frankreich hatten im Juli die Bildung einer gemeinsamen Polizeispezialeinheit zum Kampf gegen Schlepper beschlossen. Der Einheit sollen jeweils sechs britische und französische Polizisten angehören. Sie soll ihren Sitz in Coquelles nahe Calais haben. Von dort aus würden nämlich viele Einwanderer versuchen, den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien zu überqueren.

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