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Corona & Black Lives Matter: Was im neuen Freilich-Magazin zu lesen ist

Stefan Juritz

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 „Schöne neue Welt“ lautet der Titel der neuen Ausgabe des Freilich-Magazins. Die Tagesstimme stellt das Heft vor:

Die neunte Ausgabe des Grazer Freilich-Magazins beschäftigt sich diesmal mit zwei Hauptthemen. Wenig überraschend sind das nach den vergangenen Monaten die Corona-Pandemie und die „Black Lives Matter“-Bewegung (BLM). Über letzteres findet sich im Heft eine ausführliche Reportage:

Die USA in Zeiten von „Black Lives Matter“

In seinem Beitrag „Auf den Knien“ weist Nils Wegner nach, dass „Black Lives Matter“ eine Bewegung der Konzerne und Eliten ist. „Und wir erleben (…) vielleicht die erste ‚Revolution‘ der Menschheitsgeschichte, in der das gesamte Establishment und alle relevanten Institutionen aufseiten der angeblich so machtlosen und diskriminierten ‚Revolutionäre‘ stehen“, analysiert der Autor. Weiters attestiert Wegner den USA,  sich im „Dauerzustand eines Kalten Krieges entlang der ethnischen Bruchlinien der Gesellschaft“ zu befinden. „Ohne die Erkenntnis, dass Schwarz und Weiß sich selbst bei bestem Willen niemals gleichmachen lassen, wird es niemals eine Aussöhnung geben.“ Dazu brauche es aber auch einen „weißen Gegenpol zur selbstbewussten, komplexfreien und gegenüber äußeren Gegnern solidarischen ethnischen Identität der Schwarzen“, so Wegner.

Für Robert Willacker („Aufständig“) zeigt sich in der Kontroverse um die BLM-Bewegung indes das Scheitern des amerikanischen Nationenbildungsprozesses. „Black Lives Matter“ sei „längst zum perfekten Vexierbild für eine zerrissene Nation“ geworden. Nach Ansicht des Politikberaters solle man in Europa allerdings keine „Reiz-Reaktions-Muster aus Übersee“ übernehmen und sich auch nicht in „überflüssige identitätspolitische Diskussionen der Linken verwickeln“ lassen. Es gebe hier für eine demokratische Rechte „nichts zu gewinnen, dafür aber sehr viel zu verlieren“, meint Willacker.

Mit „Black Lives Matter“ setzt sich schließlich auch Martin Lichtmesz in seiner Kolumne „Das Letzte“ auseinander.

Corona & die Folgen

Die zweite Reportage („Sind kurz weg“) im Heft befasst sich mit der Rolle von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in der Corona-Krise. Mithilfe der heimischen Medien konnte er sich gerade am Beginn der Pandemie als „Retter“ präsentieren. Indes: „Es ist ein Messias-Narrativ mit Lücken“, wie Tagesstimme-Redakteur Julian Schernthaner in seinem Beitrag festhält.

Werner Reichel („Corona und die Spaltung der Gesellschaft“) wiederum wagt einen Blick auf die Zeit „nach Corona“. Er glaubt, der Sozialstaat werde die Krise vermutlich nicht überleben. In der Folge könnten dann brutale und blutige Umverteilungskämpfe entstehen: „Und auch hier werden sich völlig neue Bruch- und Frontlinien auftun.“

Zum Thema „Corona-Hilfen“ lässt das Freilich-Magazin außerdem Personen aus den Bereichen Kultur, Handel und Gastronomie sowie Wirtschaftssprecher von FPÖ und AfD zu Wort kommen („Der Kater danach“).

Thor Kunkel & Michael Esders

Einer der Höhepunkte der Ausgabe ist sicherlich das spannende Interview mit dem deutschen Schriftsteller Thor Kunkel. Im Gespräch mit Freilich-Chefredakteur Ulrich Novak spricht er über seinen Rückzug in die Schweiz, das Engagement für die AfD, „Rich kids“ und den deutschen „Haltungsjournalismus“.

Im zweiten Interview mit Michael Esders („Macht ist Definitionsmacht“) geht es dann um die Macht der Sprache. Was dürfen wir reden, wenn bestimmt wird, was zu sagen ist? Der Germanist hält fest: „Der Kampf um die Begriffe und ihre Bedeutung ist so alt wie das Politische selbst.“

Konrad Lorenz & Jean Raspail

Weiters stellt Jonas Schick den Forscher, Nobelpreisträger und konservativen Kulturkritiker Konrad Lorenz und dessen radikalökologische Seite vor („Der Vater seiner Gänse“). Ein weiteres Porträt stammt von Konrad Weiß, der an den erst kürzlich verstorbenen französischen Schriftsteller Jean Raspail erinnert („Der Gefallene“). Zusätzlich findet sich in der Ausgabe ein Lesestück mit mehreren Stellen aus Raspails Werken.

Außerdem reagiert Günter Scholdt auf einen Beitrag des Zukunftsforschers Matthias Horx, der in der letzten Freilich-Ausgabe erschienen ist. Julian Schernthaner schreibt über die „Islamophobie“ („Allahs Kampfsbegriff“) und Heinrich Sickl stellt mit einer Fotostrecke die Jahresausstellung „Donau – Menschen, Schätze und Kulturen“ vor.

Bei den Buchempfehlungen finden sich diesmal u.a. Peter Hoeres („Zeit für Deutschland. Die Geschichte der FAZ.“), Albert C. Eibl („Der Waldgang des ‚abenteuerlichen Herzens'“), Armin Mohler („Der faschistische Stil“) sowie Gerald Grosz („Was zu sagen ist…“).

Hier kann man die Ausgabe „Schöne neue Welt“ bestellen: https://freilich-magazin.at/ausgabe-9-2020/

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