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Gesellschaft

Neue „Funk“-Reportage gibt Einblicke in die Antifa-Szene

Monika Šimić

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In einer kürzlich veröffentlichten „Funk“-Reportage sprechen sich Linksextreme zum Teil ganz offen für Gewalt gegen Menschen und Sachen aus.

Berlin. – Unlängst veröffentlichte das von ARD und dem ZDF finanzierte Medienangebot „Funk“ eine Reportage, die teils erschreckende Einblicke in die linksextreme Szene und Parallelgesellschaft in Deutschland gibt. Ein Journalist spricht darin mit mehreren Linksextremen, um von ihnen zu erfahren, wie sie sich ihr Deutschland vorstellen und wie ihr Kampf gegen „Rechtsextremismus“ aussieht. Auffällig ist dabei, dass sie Gewalt gegen Menschen, Unternehmen und generell Sachen nicht ablehnen.

 „Nazis töten.“

Schon beim ersten Interviewpartner etwa dürfte dem Zuseher sofort der an der Stirn des Vermummten angebrachte Sticker mit der Aufschrift „Nazis töten.“ ins Auge springen. Der Mann, der sich im Gespräch für Menschenrechte ausspricht, wird vom Reporter daraufhin angesprochen, wie denn die Einstellung, für Menschenrechte zu sein, mit diesem Schriftzug zusammenpasse. Dazu erklärt der Mann: „Durch den Punkt auf dem Schriftzug ist es eine Aussage. Nämlich dass Nazis töten, getötet haben und töten werden.“ Auf die Frage des Reporters, ob es sich dabei also nicht um eine Aufforderung handle, gibt der Vermummte allerdings zu: „Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich diese Aufforderung ausschließe, weil es einfach nicht möglich ist, Nazis anders zu stoppen.“

Linksradikalität als „Notwendigkeit“

In der Vergangenheit habe sich nämlich gezeigt, dass die Politik zu wenig gegen „Nazis“ mache, so der vermummte Linksextreme, der sich selbst als „linksnotwendigen Menschen“ bezeichnet. Normale Demonstrationen würden mittlerweile „einfach nicht mehr ausreichen“, erklärt er. Deshalb brauche es „diese Linksradikalität, die eigentlich eine Notwendigkeit“ sei. Er habe als Antikapitalist auch kein Problem damit, wenn etwa eine „Coca Cola“-Fabrik zerstört oder angezündet würde, wie er im Interview betont.

Gewalt als „notwendiges Mittel“

In der Reportage kommt mit Sören Kohlhuber, der mit bürgerlichem Namen Christoph Frölich heißt, zudem ein Akteur zu Wort, der sich selbst als Journalist bezeichnet, jedoch weiterhin in der linksextremen Szene aktiv ist. Für ihn wäre es „optimal“, wenn Deutschland kein Staat mehr wäre, wie er im Interview erklärt, sondern sich in „Clustern“ organisiere. Auf die angestiegene Zahl der linksextremen Straftaten angesprochen, die etwa im Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2018 festgehalten sind, entgegnet Frölich: „Es ist ja nicht so, dass Leute losgehen und Bock auf Gewalt haben, sondern es ist für die ja eine Praxis, die notgedrungen ist. Wenn ich halt mit anderen Mitteln nicht weiterkomme, dann muss ich halt Gewalt anwenden, damit ich mir Gehör verschaffe oder meine Ziele durchsetzen kann.“ Ihm sei es dabei „scheißegal“, ob „Neonazis“, die man auf verschiedenen Ebenen aus dem Straßenverkehr ziehen könne, im Krankenhaus landen. Sachbeschädigungen hingegen hält er selbst für wenig sinnvoll. Dennoch würde er sich mit Personen, die Sachbeschädigungen begehen, „nicht entsolidarisiere“, wie er betonte.

Beim Umgang mit echten oder vermeintlichen Rechtsextremen werden die unterschiedlichen Interviewpartner also durchaus konkret und sie scheinen sich auch grundlegend einig zu sein. Bei den Vorstellungen, wie eine für sie ideale Welt aussehen könnte, zeigen sich die befragten linksradikalen Akteure jedoch eher diffus. Man sei zwar antikapitalistisch und wolle keine Grenzen, am besten gar kein Deutschland mehr, aber wie eine neue Welt nun aussehen würde, können sie den „Funk“-Reportern nicht beantworten.

Die Reportage ist nach Angaben von „Funk“ Teil einer Themenwoche zu Extremismus in Deutschland.

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