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Deutschland

„Dieser Wurm“: AfD-Politiker Junge beschimpft Parteikollegen Hartwig

Stefan Juritz

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Die Causa Kalbitz scheint in der AfD für teils äußerst emotionale Reaktionen zu sorgen.

Dies geht sogar so weit, dass der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion, Uwe Junge, den AfD-Bundestagsabgeordneten Roland Hartwig auf Twitter öffentlich beleidigt. „Unsäglich, dieser Wurm!“, schrieb er am Samstag über seinen Parteikollegen. „Bin schon bewusst gegen ihn angetreten in Braunschweig! Widerlich, solche Opportunisten! Was sagt Alice Widel dazu?“ Dazu veröffentlichte er eine Grafik, in der Hartwig als „der Superopportunist“ bezeichnet wird. Doch weshalb reagiert Junge so unflätig?

Quelle: Screenshot Twitter.

Interner Konflikt wird nach außen getragen

Hartwig trat 2013 in die AfD ein, ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestags und leitet die AfD-Arbeitsgruppe „Verfassungsschutz“. 2017 gehörte er noch der „Alternativen Mitte NRW“ an, die als liberalkonservatives Gegengewicht zum – mittlerweile aufgelösten – nationalkonservativen „Flügel“ gegründet worden war.

In Hinblick auf das Ausschlussverfahren gegen den Brandenburger AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz erklärte Hartwig am Wochenende gegenüber der Tagesschau: „Dieses Ausschlussverfahren hat ein Beben in der Partei ausgelöst. Es gibt einige, die sagen, dahinter steckt vermutlich sogar ein gewisser Machtkampf, gewisse inhaltliche Lager, die sich hier gegenüberstehen.“ Hartwig zufolge stünde hier das wirtschaftsliberale Lager um AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen, das aus der AfD eine Art CDU oder FDP 2.0 machen wolle, jenen gegenüber, die einen eher „sozialpatriotischen Kurs“ verfolgen würden. Er selbst zählt sich dem Bericht zufolge letzterem Lager zu.

Für diese Aussage attackierte Junge seinen Parteikollegen nun derart harsch in aller Öffentlichkeit. Wie er auf Facebook weiters festhielt, wirft er Hartwig vor, den Wohnsitz nach Brandenburg zu verlegen, „um noch ein Bundestagsmandat zu ergattern“. Das erkläre auch Hartwigs angebliche „Kalbitz-Affinität“, so Junge, der sich eigenen Angaben zufolge nach der aktuellen Legislaturperiode aus der Politik zurückziehen wird. Auf dem AfD-Bundesparteitag im vergangenen November war der ehemalige Bundeswehr-Offizier mit seiner Kandidatur für den Bundesvorstand der Partei gescheitert.

Scharfe Kritik an Junge

Auf Twitter und Facebook erntete Junge allerdings einige Kritik für seine Beleidigung gegen Hartwig. „Wer einen Kollegen als ‚Wurm‘ bezeichnet, braucht sich nicht zu wundern. Ein regelrechtes Fiasko erlebte der mit hohen Erwartungen angetretene Uwe Junge, der nur auf 15 Prozent kam und für kein weiteres Amt mehr kandidierte“, kommentierte der thüringische AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Rudy das Junge-Posting.

Auch der stellvertretende Sprecher des AfD-Kreisverbandes Aachen-Stadt, Markus Mohr, zeigte keinerlei Verständnis für die Entgleisung seines Parteikollegen: „Sie titulieren einen Parteikollegen öffentlich als ‚Wurm‘? Ernsthaft? Schließen Sie den verbalen Hosenstall und entwickeln Sie Anstand. Ihr unkameradschaftliches Verhalten ist ehrlos und eine Schande für jeden echten Soldaten.“ Außerdem forderte Mohr eine Entschuldigung bei Hartwig.

„“Ihr Tonfall disqualifiziert Sie direkt“, erklärte ein weiterer Twitter-Nutzer. Und ein anderer fragte: „Herr Junge, was wollen Sie hier vermitteln? Einen kompromissgeprägten Konsens innerhalb der AfD? Oder einfach nur den parteischädigenden Spaltkeil weiter in den Stamm der AfD treiben???“


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1 Comment

1 Comment

  1. Avatar

    Manuela

    27. Juli 2020 at 14:54

    …die einen eher „sozialpatriotischen Kurs” verfolgen würden. Er selbst zählt sich dem Bericht zufolge letzterem Lager zu.

    hahahahahahahahaha

    Der Hartwig ist tatsächlich ein Opportunist durch und durch. Er ist war oder was auch immer er morgen ist, ein Wirtschaftsliberaler Meuthen/weidel Bückling und hasst alle Patrioten (oder jetzt doch nicht?).

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