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Unruhen in Dijon: Kadyrow verteidigt Vorgehen von Tschetschenen

Monika Šimić

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Nach dem Angriff auf einen jugendlichen Tschetschenen in Dijon kam es zu tagelangen Straßenschlachten. Der tschetschenische Regionalpräsident Kadyrow verteidigte nun dieses Vorgehen.

Dijon. – Nach den Unruhen in der französischen Stadt Dijon hat der tschetschenische Regionalpräsident Ramsan Kadyrow das „richtige“ Vorgehen von Mitgliedern der tschetschenischen Gemeinde verteidigt. „Die örtlichen Behörden konnten nicht mit außer Kontrolle geratenen Drogenhändlern umgehen“, schrieb er gestern in seinem Telegram-Kanal.

Mobilisierung der tschetschenischen Community

„“Ich glaube, dass das Vorgehen der Tschetschenen richtig war“, sagte Kadyrow. Sie hätten sich zusammengeschlossen, um den Drogendealern entgegenzutreten. „Ich bin sicher, dass die Bürger von Dijon diesen Abschaum ziemlich satt haben“, schrieb Kadyrow über die „Drogendealer“, die seiner Meinung nach für den Angriff auf den tschetschenischen Jugendlichen verantwortlich seien. Danach hätte es keine angemessene Reaktion seitens der Behörden gegeben, weshalb schließlich die tschetschenische Community zur Hilfe gekommen war. Er fügte hinzu, dass „das Böse“ keine Nationalität habe und man Menschen unterschiedlicher Nationalitäten keinesfalls gegeneinander ausspielen sollte.

Bewaffnete Straßenschlachten

In Dijon hatten sich Tschetschenen und Bewohner einer Vorstadt in der vergangenen Woche vier Nächte in Folge Straßenschlachten geliefert. Auslöser war ein Angriff auf einen 16-jährigen tschetschenischen Jugendlichen, der dabei schwer verletzt wurde. Tschetschenen, die aus ganz Frankreich, aber auch aus Belgien und Deutschland gekommen waren, wollten Rache üben. Videos, die im Internet kursieren, zeigten unter anderem junge vermummte Männer, die mit mutmaßlichen Schusswaffen, Schlagstöcken und anderen Waffen ausgerüstet waren. Andere zeigten Verwüstungen, Brandstiftungen und zerstörte Autos.

Da die örtliche Polizei mit der Situation überfordert war, entsandte die Regierung am Montagabend schließlich Sondereinheiten der Polizei, die die Lage beruhigen konnte. Am 16. Juni handelten dann Vertreter der Tschetschenen und der Maghrebiner, die zwei Parteien, die sich zuvor noch bekämpft hatten, einen Friedensvertrag nach muslimischer Sitte aus.

Tschetschenen stellten Forderung

Am 17. Juni erklärte der Generalsekretär der Polizeigewerkschaft Alliance, Stéphane Ragonneau, gegenüber dem regionalen Staatssender FranceBleu: „Wir haben noch nie bewaffnete, quasi militärisch organisierte Gruppen gesehen, die sich ganz gradlinig und zielgerichtet den Weg bahnen, um Recht durchzusetzen.“ Die Tschetschenen seien am Freitagabend ganz ruhig, extrem entschlossen und schwer bewaffnet von selbst zur Polizei gegangen und hätten gesagt, dass sie, die Polizisten, von ihnen nichts zu befürchten hätten, sie einfach ganz ruhig bleiben und ihnen, den Tschetschenen, freie Hand lassen sollten, wie Ragonneau auf BMFTW weiter ausführte. Das Interview auf der Seite von BFMTV ist inzwischen jedoch nicht mehr verfügbar. Videos, die im Netz kursieren, zeigen jedoch, dass die Polizisten tatsächlich so handelten, wie es die Tschetschenen gefordert hatten und als Beobachter im Abseits standen, ohne in die Kampfhandlungen einzugreifen.

Mehr zu den genauen Hintergründen der Unruhen finden Sie auf dem Blog des Freilich-Magazins: „Unruhen in Dijon: Die Hintergründe“


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