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Schwarzer Bürgermeister will Statuen von König Leopold II. entfernen

Monika Šimić

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Im Rahmen der aktuellen Rassismus-Debatte fordert der schwarze Bürgermeister Pierre Kompany, Statuen von König Leopold II. zu entfernen. Seiner Ansicht nach gehörten diese bereits seit Langem ins Museum. 

Ganshoren/Brüssel. – Der erste schwarze Bürgermeister von Belgien und Vater von Fußballspieler Vincent Kompany, Pierre Kompany, hat in einem Gespräch mit der französischen Presseagentur gesagt, dass Belgien für seine Taten als Kolonialmacht im Kongo um Vergebung bitten müsse Das berichtet unter anderem die Flämische Hör- und Fernsehfunkorganisation (VRT).

Statuen gehören ins Museum

Pierre Kompany (72) war Mitte der 1970er Jahre als politischer Flüchtling aus dem Kongo nach Belgien gekommen und hatte, um sein Ingenieursstudium zu finanzieren, als Taxifahrer gearbeitet. Vor zwei Jahren gewann Kompany für die französischsprachigen Christdemokraten (PSC) die Kommunalwahlen in der Brüsseler Gemeinde Ganshoren, als erster schwarzer Bürgermeister überhaupt. Die aktuelle Rassismusdebatte und die kritische Auseinandersetzung mit der belgischen Kolonialzeit und ihrer Symbole verfolgt der Politiker sehr genau. Vor allem in den USA, aber auch in Europa, werden derzeit viele umstrittene Denkmäler zum Ziel von Farbanschlägen oder anderen Vandalismusakten. Häufig wird von linken Gruppen gefordert, solche Denkmäler zu entfernen.

Kompany schließt sich diesen Forderungen nun an. Die Statuen von Leopold II., der von 1865 bis 1909 König von Belgien war, gehörten seit Langem ins Museum, so der Politiker. „Das hätte sie vor dem Vandalismus der letzten Wochen geschützt. Denn niemand besucht ein Museum, um Statuen zu zerstören“ und seine Bewunderer „müssten Eintritt zahlen, um sie zu sehen“ äußert sich Kompany mit Ironie. König Leopold II. hatte den Kongo 20 Jahre lang als Privatbesitz rücksichtslos und mit eiserner Hand verwaltet.

Immer mehr Statuen in den USA werden entfernt

Indes werden in den USA immer mehr Statuen entfernt. In der kalifornischen Stadt San Francisco musste etwa eine Statue von Christopher Kolumbus an einem Aussichtspunkt der US-Westküstenmetropole daran glauben. Das Denkmal fiel einem Entschluss der Stadtverwaltung zum Opfer und wurde entfernt, da es viele Personen mit „Unterdrückung und Schmerz“ verbinden würden. In Washington wurden vier Portraits von historischen Führungsfiguren der US-Südstaaten aus dem Kongress entfernt. Die Gemälde wurden auf Anordnung der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Donnerstag abgehängt. „In den Räumen des Kongresses sei kein Platz für die Ehrung von Männern, „welche den gewaltsamen Fanatismus und den grotesken Rassismus“ der Konföderierten-Staaten des 19. Jahrhunderts verkörperten“, so Pelosi.

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