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Gesellschaft

Wegen Denkmalschändung: Aktivisten fordern Uni-Rauswurf Schmidingers

Julian Schernthaner

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Die Diskussion rund um das Bekenntnis eines umstrittenen Politologen zum Vandalismus am Siegfriedskopf im Jahr 2002 geht in die heiße Phase. Mittlerweile ruft nämlich auch die patriotische Zivilgesellschaft zu Konsequenzen auf. 

Wien. – Bereits am Mittwoch, als dank einer Freilich-Recherche die unfassbaren einstigen Geschehnisse ans Tageslicht kamen, wurde die Causa zum Politikum. Wie die Tagesstimme berichtete, forderten sowohl FPÖ-Gemeinderat Udo Guggenbichler als auch der Ring Freiheitlicher Studenten den umgehenden Rücktritt des Uni-Lektors Thomas Schmidinger.

Protestaktion: „Siegfriedskopf rein, Schmidinger raus“

Am Freitagabend verliehen Aktivisten dieser Forderung weiteren Nachdruck. Etwa 20 Personen nahmen an der Rampe der Wiener Uni Aufstellung. Dabei lieferten sie mit einem Spruchband („Siegfriedskopf rein – Schmidinger raus“)  und Leuchtmitteln ein klares Zeichen gegen die Duldung von Vandalismus an der Wiener Uni.

Gerechtigkeit setze demnach erst mit der „Entfernung des Denkmalschänders aus dem Lehrbetrieb“ ein. Schmidinger hatte sich kürzlich in sozialen Medien damit gebrüstet, in seiner Studienzeit mit einem Freund zusammen die Nase des Gefallen-Denkmals abgeschlagen zu haben. Nun fordern die Aktivisten sogar dessen Rückkehr: „The Siegfriedskopf will rise again!“

Universität schweigt weiter zum Vorfall

Denn das Monument, das an die gefallenen Universitätsmitglieder des Ersten Weltkrieges erinnern soll, befindet sich bereits seit über zehn Jahren nicht mehr an seinem Originalplatz in der Aula. Die Universität beauftragte einst ein Künstlerkollektiv mit einer Umgestaltung. Dieses zerlegte den „Siegfriedskopf“ schließlich in seine drei Bestandteile, welche seitdem in Glassärgen im Arkadenhof der traditionsreichen Universität ein Schattendasein fristen.

Schmidinger selbst war bereits in der Vergangenheit mit umstrittenen Aktionen aufgefallen. Für breites mediales Echo sorgte etwa 2017 eine Aktion, bei der er in Kärnten der Gedenkstätte von Jörg Haider den Stinkefinger zeigte. Damals verwehrte sich die Universität einer Distanzierung von ihrem Mitarbeiter, gestand diesem eine Privatmeinung zu. Eine schriftliche Anfrage der Tagesstimme zur Bewertung der jüngsten Causa lässt die Uni Wien allerdings auch nach drei Tagen unbeantwortet…

Hamburg: Historiker will Sturz der Bismarck-Statue

Die Diskussion darüber, ob gewisse Denkmäler noch zeitgemäß seien, ist übrigens im deutschsprachigen Raum nicht nur in Wien ein aktuelles Thema im akademischen Betrieb. Im ARD-Morgenmagazin plädierte nun der Historiker Jürgen Zimmerer dafür, Statuen zu Ehren Otto von Bismarcks oder Kaiser Wilhelms II. umzustürzen. Das Berliner Schloss wiederum, so der Kolonialismusforscher, könnte man zur Brechung seiner historischen Bedeutung von Stacheldraht umwickeln.


Weiterlesen:

Denkmalschändung: FPÖ fordert Konsequenzen für Uni-Mitarbeiter (10.06.2020)

„“Siegfriedskopf: Der Schänder spricht“ (10.06.2020)


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