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Kritik an Kulturamtsleitung: Uwe Tellkamp stellt sich hinter Jörg Bernig

Monika Šimić

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Im Streit um die Besetzung der Kulturamtsleitung in der sächsischen Stadt Radebeul hat sich Wahlsieger Jörg Bernig in einem Brief nun erstmals selbst zu Wort gemeldet.

Radebeul. – Vor gut einer Woche wurde der Autor Jörg Bernig in einer geheimen Wahl zum neuen Kulturamtsleiter der Stadt Radebeul in Sachsen gewählt. Nachdem bekannt wurde, dass die meisten Stimmen vermutlich von CDU und AfD kamen, wurde vonseiten linker Politiker und Akteure starker Protest laut. Die Stadtverwaltung Radebeul plant nun, die Wahl in einer nicht öffentlichen Sitzung zu wiederholen. Unterdessen kommt für Bernig Unterstützung von anderer Seite. Auch der Autor selbst meldete sich in einem Brief an die Präsidentin des Schriftstellerverbandes PEN, Regula Venske, erstmals zu Wort.

Bernig übte Kritik an Merkels Migrationspolitik

„“Wegen meiner kritischen Beobachtung und Einlassungen zur Migrationspolitik der Bundesregierung und wegen der von mir kommentierten Rolle weiter Teile der Medien bei der Begleitung dieser Politik“ gebe es Stimmen der Irritation zur Wahl, schreibt Bernig in dem Brief. Darin betont er auch, dass es in dieser Angelegenheit nicht um das PEN-Präsidium und die PEN-Charta gehe, der er sich verbunden und verpflichtet fühle, sondern „um das Gemeinwesen und die Dienste, die das Kulturamt ihm anbietet“, so Bernig. Er sehe die Aufgabe eines Kulturamtsleiters darin, „so viel Kultur in seine Stadt zu bringen, wie er nur kann“.

„“Wir leben in einer schmerzlichen Zeit. Trennung, Spaltung, Riß – das sind gern herangezogene Wörter zur Beschreibung des Zustandes der Gesellschaft. Meine Hoffnung ist, daß wir einander auf dem kulturellen Feld mit Offenheit, Interesse und Anerkennung begegnen und damit der Zerrissenheit unserer Gesellschaft entgegensteuern“, schreibt Bernig in seinem Brief weiter. Es gehe auch darum, „was wir den uns Nachfolgenden vorleben und was wir ihnen hinterlassen“, erklärt der Autor, und „nicht wechselseitige Ausgrenzung, sondern die Suche nach Gemeinsamkeiten“. Darum hatte er sich für den Posten als Kulturamtsleiter beworben. „Nicht mehr, aber weniger auch nicht“, schließt Bernig.

Prominente Unterstützung für den Autor

Mittlerweile haben sich auch Prominente wie der Schriftsteller Uwe Tellkamp, der Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, der Schauspieler Uwe Steimle, die Schriftstellerin Angela Krauß und andere mit einem Brief an den Oberbürgermeister von Radebeul, Bert Wendsche, gewandt und drückten darin ihre Unterstützung für Bernig aus.

„“Kritische, von Gesetz und Meinungsfreiheit gedeckte Positionen zu unserer Einwanderungspolitik, zur Rolle bestimmter Medien und Politiker in der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre sind kein Grund, seine (Jörg Bernigs, Anm. d. Red.) persönliche und berufliche Integrität anzugreifen und damit zu versuchen, seine Berufung zum Kulturamtsleiter der Stadt Radebeul rückgängig zu machen“, schreibt Tellkamp. Zur Demokratie gehöre es, Wahlergebnisse auch dann auszuhalten, „wenn sie denen, die nicht gewählt worden sind, missfallen“, betont Tellkamp abschließend.

2 Comments

2 Comments

  1. Avatar

    Rebecca-Vanessa Wille

    29. Mai 2020 at 18:58

    Das mit der Unterstützung hätte man lassen sollen, damit hat er das Zweite Bein im Grab – und das Dritte mit seinem Salbadere nach Gemeinsamkeit – nichts disqualifiziert ihn in den Augen Linker Wirrköpfe, Verschwörungstheoretiker und Idioten mehr, als diese getätigte Aussage.

    Und: Ja, es tat gut, dies zu schreiben!

  2. Avatar

    Biernagel

    30. Mai 2020 at 12:06

    … und wie üblich, wenn sich die Unseren empören: Schweigen im Blätterwald!

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