Connect with us

Welt

Mehr Aufgriffe an Grenze: Bosnien warnt vor neuer Migrationswelle

Monika Šimić

Published

on

Nachdem sich die Situation aufgrund der Coronavirus-Pandemie mittlerweile etwas beruhigt hat, verzeichnet die bosnische Grenzpolizei wieder vermehrt Aufgriffe illegaler Migranten.

Bihać. – Wie mehrere kroatische und bosnische Medien berichten, haben in der Nacht von Sonntag auf Montag elf Migranten versucht, von Bosnien und Herzegowina nach Kroatien zu gelangen. Nachdem sie von bosnischen Grenzpolizisten entdeckt worden waren, versuchten sie zunächst noch zu fliehen, fielen dabei aber in eine zwölf Meter tiefe Grube. Eine noch größere Gruppe von Migranten versuchte indes am Grenzübergang Izačić-Ličko Petrovo Selo die Grenze zu überqueren und damit in die EU zu gelangen.

Aufgriffe häufen sich wieder

Wie die lokalen Medien berichten, konnten die Migranten mithilfe von Spezialausrüstung geborgen werden. Die meisten von ihnen sollen sich durch den Sturz oberflächliche Verletzungen zugezogen haben, Lebensgefahr soll zu keinem Zeitpunkt bestanden haben. Die Migranten wurden im Krankenhaus in Bihać versorgt.

Für die Grenzpolizei von Bosnien und Herzegowina sind die jüngsten Aufgriffe ein Hinweis dafür, dass sich mit der Abschwächung der Coronavirus-Pandemie eine neue Migrationswelle anbahnt. Ihren Angaben nach wurde am bosnisch-kroatischen Grenzübergang Izačić-Ličko Petrovo Selo eine noch größere Gruppe aufgegriffen, die versuchte nach Kroatien zu gelangen. Der kroatischen Nachrichtenagentur HINA teilte der Direktor der Grenzpolizei Bosnien-Herzegowina, Svevlad Hoffman, mit, dass es sich bei der Gruppe um 87 Migranten gehandelt hatte, wobei 80 von ihnen aus Pakistan und sieben aus Afghanistan stammen sollen. Auch am Montagmorgen konnten die Grenzpolizei eine Gruppe von acht Migranten daran hindern, die Grenze nach Kroatien zu überqueren. „Die Abschwächung der Pandemie hat die Migranten offensichtlich dazu veranlasst, erneut zu versuchen, die Grenze illegal zu überqueren“, erklärte Hoffman.

Warnung vor neuer Migrationswelle

Die Situation im Land habe sich aufgrund der Einrichtung des Migrationszentrums in Lipa weiter zugespitzt, so Hoffman. Wegen der Tatsache, dass sich das Zentrum so nahe an der kroatischen Staatsgrenze befindet, hat auch das kroatische Innenministerium bereits seine Sorgen geäußert. Nach Angaben der Behörden befinden sich derzeit etwa 9.000 illegale Migranten in Bosnien und Herzegowina, wobei sich zwei Drittel davon im Kanton Una-Sana im Nordwesten von Bosnien aufhalten.

Am Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie habe es zwar keine Versuche gegeben, die Grenze zu Kroatien zu überschreiten, das Sicherheitsministerium von Bosnien und Herzegowina warnte aber bereits zuvor, dass sich die Migrationsbewegungen mit Frühlingsbeginn wieder ändern könnten. Auch Sicherheitsminister Fahrudin Radončić schätzt, dass es bald eine neue Migrationswelle geben könnte, mit der zehntausend weitere illegale Migranten nach Bosnien und Herzegowina kommen und in die EU drängen würden.

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Beliebt