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Italien: Regierung will 600.000 illegale Migranten legalisieren

Julian Schernthaner

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Die italienische Mitte-Links-Regierung will jetzt große Kontingente illegaler Migranten mit Papieren ausstatten – anscheinend teilweise auch in einer Reaktion auf die Corona-Pandemie. 

Rom. – Bei den meisten der etwa 670.000 Illegalen in Italien handelt es sich dem Standard zufolge um Billiglöhner. Viele von ihnen arbeiten zwischen zwölf und vierzehn Stunden am Tag auf den Zitrusfrucht-Plantagen in Süditalien. Die meisten von ihnen stammen aus Afrika und gelangten oftmals mit Booten über die Mittelmeer-Route nach Italien. Dazu kommen etwa 200.000 Asiatinnen, die vor allem bei wohlhabenden Familien als Kindermädchen usw. arbeiten.

Gegen Schwarzarbeit, Mafia – und das Coronavirus

Vom Vorstoß erhofft sich die Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova von der linksliberalen Partei Italia Viva eine Art Allheilmittel. Sie hält die Ausstattung mit Papieren zudem für alternativlos – andernfalls mache sich der Staat „zum Komplizen von Schwarzarbeit, Sklaverei und Mafia.“ Während die parteilose Innenministerin Luciana Lamorgese die Legalisierung nur für etwa 200.000 Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, will Bellanova dies für alle Betroffenen.

Zudem sorgt sich Letztere, dass die Elendssiedlungen, in denen viele der Illegalen hausen, eine neue Corona-Welle bedingen könnten. Viele der Papierlosen würden sich im Falle einer Erkrankung fürchten, zu staatlich anerkannten Ärzten zu gehen. Ganz unberechtigt könnte diese Sorge freilich nicht sein. Denn tatsächlich gilt die Verbreitung unter illegalen asiatischen Arbeitskräften in der Textilindustrie als Faktor für die prekäre Lage um das Virus in Italien.

Salvini fürchtet Pull-Faktor für neue Einwanderer

Keine Freude mit derartigen Absichten hat unterdessen Ex-Innenminister Matteo Salvini. Er sieht in den Plänen vielmehr einen Pull-Faktor für neue Einwanderer: „Es haben sich die Anlandungen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Wenn die Regierung über Amnestien, Legalisierungen und Papiere redeten, ist völlig klar, dass die Botschaft, die am anderen Ufer des Mittelmeeres eintrifft folgende ist: ‚Geh, früher oder später dulden sie dich sowieso'“, so der Chef der patriotischen Lega auf Twitter.

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