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Gesellschaft

Mehrere Coronavirus-Fälle in Asylheim: Nepp (FPÖ) sieht „Totalversagen“

Monika Šimić

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Das Heim für Asylwerber wurde nach mehr als 20 Infektionsfällen evakuiert. Die Migranten werden nun anderweitig untergebracht.

Wien. – Im „Haus Erdberg“, einer Betreuungsunterkunft für Asylwerber in Wien, sind 21 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der medizinische Krisenstab der Stadt Wien am Samstagmittag mit. Am Freitagabend war noch von 15 Personen die Rede. Die Betroffenen sollen nun an anderen Orten untergebracht werden, wie es am Freitag in einer Aussendung hieß. Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) bezeichnet das Management in der Coronavirus-Krise rund um das Asylheim in einer aktuellen Aussendung als „Totalversagen“.

Zwei Betreuerinnen unter Infizierten

Diese Woche hätten einzelne Personen im genannten Asylheim Covid-19-Symptome gezeigt, wie der Krisenstab mitteilte. Daraufhin seien „rasch“ alle Personen der Einrichtung getestet worden. Das Screening sei noch nicht abgeschlossen, bis Freitagabend wurden 200 Tests durchgeführt, wie Andreas Huber, Sprecher des medizinischen Krisenstabs im Interview mit dem ORF Wien berichtete. Im „Haus Erdberg“ leben insgesamt 400 Peersonen, die gesamten Testergebnisse sollen am Samstag vorliegen. Unter den Infizierten sind auch zwei Betreuerinnen. Wer das Virus eingeschleppt hat, ist bisher noch unklar.

Die Gesundheitsbehörde hat nach den ersten positiven Tests eine Quarantäne verhängt. Da das Gebäude für eine längerfristige Quarantäne nicht geeignet sei, habe man die Betroffenen an anderen Orten untergebracht. Erste positiv getestete Einzelbewohner wurden bereits in das Betreuungszentrum Messe Wien gebracht. Familien würden gemeinsam in Betreuungseinrichtungen untergebracht, unbestätigte Verdachtsfälle in den anderen Betreuungseinrichtungen der Stadt Wien versorgt. Die restlichen Menschen wurden auf die Krankenhäuser in Erdberg und Floridsdorf aufgeteilt.

Nepp kritisiert Wiener Stadtregierung

Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp sieht hier einen „unfassbaren Skandal“ und ein „völliges Totalversagen auf mehreren Ebenen der rot-grünen Stadtregierung“. Die Erstinfektion im Asylwerberheim müsse laut Inkubationszeit vor mehr als einer Woche eingetreten sein. „Das bedeutet, dass die SPÖ den Massenausbruch im Asylantenquartier offenbar tagelang vertuscht hat“, so Nepps Vorwurf. SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sei rücktrittsreif, erklärte er in der Aussendung.

Der Transport der infizierten Migranten aus dem „virenverseuchten“ Asylheim in das aufgelassene Krankenhaus Floridsdorf sei „der nächste rot-grüne Sündenfall“, so Nepp. Im Umkreis befänden sich nämlich einige Pensionistenwohnheime. Es sei „ein Wahnsinn“, die coronakranken Asylanten im Umkreis der größten Risikogruppe unterzubringen.

Aufwärtstrend bei Neuinfektionen in Wien

Nepp befürchtet, dass der Coronavirus-Ausbruch im Wiener Asylantenheim die wochenlangen Anstrengungen der Bevölkerung zunichte machen könnte. „Während die Zahlen in den Bundesländern Richtung Null tendieren, steigen sie im rot-grünen Wien wieder an. Dafür tragen Bürgermeister Ludwig und Gesundheitsstadtrat Hacker die volle Verantwortung“, so Nepp. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Österreich stieg in den vergangenen Wochen tatsächlich nur mehr leicht. Die Zuwachsraten liegen je Bundesland im niedrigen einstelligen Bereich. Nur in Wien kann ein Aufwärtstrend festgestellt werden, wie aktuelle Daten zeigen.

1 Comment

1 Comment

  1. Avatar

    Peter Aschbacher

    6. Mai 2020 at 16:53

    Die entscheidende Frage ist nun, ob die Asylanten bereits infiziert waren, als sie nach Österreich kamen. Oder ob die Asylanten sich die Infektion durch bewusst fahrlässiges Verhalten selbst zugezogen hatten. In beiden Fällen sollte das Asyl selbstredend verweigert werden.

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