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Gesellschaft

„Zivile Luftbrücke“: Mission Lifeline will 150 Migranten einfliegen

Julian Schernthaner

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Mit ihren neuen Plänen, weitere Asylanten aus den griechischen Lagern nach Deutschland zu bringen, sorgt die Dresdner Asyl-NGO jetzt für Aufregung. 

Dresden. – Wie die Bild berichtet, hat die umstrittene NGO insgesamt 110.000 Euro auf der Habenseite, um das Projekt einer „zivilen Luftbrücke“ zu verwirklichen. Dies geht aus Angaben des Lifeline-Sprechers Axel Steier hervor, die Summe reiche um 150 Personen zu transferieren. Man will sich sogar schon mit einer griechischen Fluglinie einig sein, einzig die Zustimmung aus der Politik fehle noch…

Seehofer winkt ab und warnt vor falschen Hoffnungen

Dort ist man über den Vorschlag nicht sonderlich begeistert, Innenminister Horst Seehofer (CSU) winkt ab. Dem Bild-Bericht zufolge ist man im Ministerium der Meinung, dass die Prüfung eines Asylantrages eine „rein staatliche Aufgabe“ sei. Dasselbe gelte für die Bestimmungen nach dem EU-Recht, welcher Staat dafür zuständig sei – sowie die Organisation von Überstellungen.

Außerdem, so das Bundesministerium für Inneres, solle man Asylsuchenden nicht „in der ohnehin angespannten Lager […] mit einem eigenmächtigen Vorgehen unrealistische Erwartungen zu wecken“. Die NGO zeigte sich auf diese abwartende Antwort unbeeindruckt, will gegebenenfalls sondieren, ob weitere EU-Mitgliedstaaten zu einer Aufnahme bereit wären.

Die Überstellung von Migranten aus den griechischen Lagern ist nicht unumstritten – diese Umsiedelung begann vor etwa zwei Wochen. Nachdem nicht wie angekündigt kleine Mädchen, sondern vor allem männliche Jugendliche in Deutschland und Luxemburg ankamen, sahen sich Kritiker bestätigt.

AfD-Münzenmaier hinterfragt Lifeline-Geschäftsmodell

Für scharfe Kritik sorgten die Überlegungen von Lifeline auch bei der politischen Opposition in Deutschland. So sieht etwa der AfD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. In einer Aussendung schreibt er: „Mit dem Vorhaben, Migranten nun via Flugzeug direkt nach Deutschland zu bringen, dürfte jeder Zweifel ausgeräumt sein, dass es den selbsternannten ‚Flüchtlingsrettern‘ nur darum geht, möglichst viele Einwanderer nach Europa zu bringen.“

NGO immer wieder für Negativschlagzeilen gut

Die „Mission Lifeline“ sorgt seit einigen Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen – etwa, als sie im Jänner ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz als „Baby-Hitler“ bezeichnete. Im Vorjahr deuteten zahlreiche Beobachter einen umstrittenen Tweet als versteckten Aufruf zu Scheinehen. Bereits einige Monate zuvor hatte ein Hemd mit der Aufschrift „Team Umvolkung“ für Empörung gesorgt. Zuletzt trat der Gründer der NGO, Claus-Peter Reisch, im Jänner aus, weil er viele ihrer Aktivitäten als „zu linksradikal“ wertete.

Dennoch ist sich die Gruppe regelmäßiger zivilgesellschaftlicher Hilfe gewiss. So spendeten in der Vergangenheit sogar kirchliche Würdenträger Geld an die NGO, welche sich in der sogenannten „Seenotrettung“ engagiert. Sowohl im Fall von Reinhard Kardinal Marx, dem Erzbischof von München-Freising als auch beim Paderborner Bischof kamen die Hinwendungen in Höhe von je 50.000 Euro aus Mitteln der Erzdiözese – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Griechenland: Umsiedlung minderjähriger Migranten hat begonnen (15.4.2020)

„Zu linksradikal“: Reisch trennt sich von Mission Lifeline (10.1.2020)

Umstrittene NGO „Lifeline”: Wirbel um angeblichen Aufruf zu Scheinehen (28.1.2019)

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