Connect with us

Deutschland

„War ein Fehler“: Meuthen rudert nach Aussagen zu AfD-Spaltung zurück

Stefan Juritz

Published

on

Der AfD-Vorsitzende betont, weder eine Spaltung der AfD gefordert noch ein Ultimatum gestellt zu haben. Er habe lediglich einen „strategischen Denkansatz“ ins Spiel gebracht.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat für seine Aussagen zu einer Abspaltung des nationalkonservativen „Flügels“ parteiintern große Kritik geerntet – auch von „Flügel“-Gegnern. Am Samstag ruderte er deshalb in einem Interview mit der Jungen Freiheit wieder zurück. „Ich hätte noch klarer machen müssen, dass es sich hier um einen strategischen Denkansatz handelt und nicht um eine konkrete Forderung. Das war sicherlich ein Fehler“, gestand der AfD-Chef. Vielleicht sei auch der Zeitpunkt für das Gespräch „ungünstig“ gewesen. „Wir sollten in dieser Diskussion einen Gang herunterschalten. Und zwar auf allen Seiten“, fordert Meuthen nun.

Meuthen: Keine Forderung, kein Ultimatum

Dem AfD-Vorsitzenden geht es nach eigenen Angaben um die Frage,“ob wir alle eher gemeinsam oder auf getrennten Wegen zu maximalem politischen Erfolg gelangen“. „Ich habe einen bislang tabuisierten strategischen Denkanstoß für die Zukunft unserer politischen Ziele entwickelt, mehr nicht. Keine Forderung, kein Ultimatum. Den Weg, der eingeschlagen wird, entscheidet bei uns kein Vorsitzender, sondern die Mitglieder und das ist auch sehr richtig so“, sagte Meuthen.

Kritik aus den Reihen der AfD

Nachdem der AfD-Vorsitzende vor wenigen Tagen in einem Gespräch mit Tichys Einblick völlig überraschend eine Spaltung der AfD in einen „bürgerlich-konservativen“ und einen „sozialpatriotischen“ Teil – und damit die Trennung vom „Flügel“ – angeregt hatte, musste er aus seiner eigenen Partei einige Kritik einstecken (Die Tagesstimme berichtete). Der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla betonte etwa: „Die Einheit der AfD steht nicht zur Debatte.“ Thüringens -AfD-Chef Björn Höcke wiederum bezeichnete den Vorstoß Meuthens als „töricht und verantwortungslos”. Und auch die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch hält nichts von diesen Gedankenspielen: „Die AfD ist keine Westpartei, keine Ostpartei, sondern eine Partei für ganz Deutschland und das wird sie bleiben.“

6 Comments

6 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    5. April 2020 at 14:46

    „Ich hätte noch klarer machen müssen, dass es sich hier um einen strategischen Denkansatz handelt und nicht um eine konkrete Forderung.

    Was haben alle Politiker gemeinsam?
    Ihre Zunge ist schneller ist als ihr Verstand.

  2. Avatar

    wirsindmehr

    5. April 2020 at 16:38

    „Ich habe einen bislang tabuisierten strategischen Denkanstoß für die Zukunft unserer politischen Ziele entwickelt, mehr nicht.“
    Ja, aber in aller Öffentlichkeit und nicht Parteiintern. Das hat aber den Vorteil, dass wir nun wissen, was sie denken und wie sie über die Basis hinaus autark zu agieren versuchen, Herr Ex-Vorsitzender in spe!

    • Avatar

      Zickenschulze

      6. April 2020 at 0:38

      Ein Ex-Vorsitzender mit lockerer Zunge in spe – die AfD als Alternative Erfolgsmodell passé!

      Weil der Feigenbaum noch vor der Ernte entlaubt –
      die AfD der Erfolge beraubt.

      • Avatar

        wirsindmehr

        6. April 2020 at 11:30

        Alles locker, gibt noch stabilere Köpfe en masse! 😉
        Curio for President! 🙂

  3. Avatar

    Claudia

    7. April 2020 at 0:53

    Meuthen hat Geschichte geschrieben – leider keine Gute: Meuthen geht in die deutsche Geschichte ein als erster Vorsitzende einer Partei, der öffentlich die Zwei-Teilung der eigenen Partei öffentlich vorgeschlagen hat.

  4. Avatar

    Claudia

    7. April 2020 at 1:20

    Meuthens Vorstoß war eine dimplomatisch formulierte Kriegserklärung an alle veränderungswilligen und patriotischen Mitglieder, die in der AfD etwas anderes sehen als eine marktradikale, Multikulti-kompatible FDP 2.0.

    Er richtete sich nicht nur gegen den „Flügel“ oder die Ostverbände. Ich persönlich habe mit dem „Flügel“ nichts zu tun. Der „Flügel“ ist aber aus Sicht dieser Gruppe ehem. Petry-Pretzell-Getreuen, denen sich Meuthen andient, nur ein Hindernis zur totalen Übernahme der Partei.

    Ist der „Flügel“ erst Mal kalt gestellt, hat diese gut-organisierte und bestens vernetzte Gruppe kein wirkliches Gegengewicht mehr und kann die Partei ohne größere Widerstände übernehmen.

    Dann werden auch alle übrigen AfD-ler, die sich nicht dem „Flügel“ zurechnen, aber sich deren Kurs und Herrschaft widersetzen, an den Rand gedrängt.

You must be logged in to post a comment Login

Leave a Reply

Beliebt