Connect with us

Deutschland

„Es ist dem Flügel zu verdanken, dass die AfD noch eine Alternative ist“

Avatar

Published

on

Aktuell wird sehr hitzig über den „Flügel“ in der AfD gestritten. Die Tagesstimme zeigt in einem Pro & Contra zwei unterschiedliche Positionen. Patrick Pana, stellvertretender Landessprecher der Jungen Alternative Hessen, meint, es sei dem „Flügel“ zu verdanken, dass die AfD heute überhaupt noch eine echte Alternative ist. In seinem Gastkommentar fordert er deshalb einen solidarischen Umgang.

Gastkommentar von Patrick Pana

Entgegen des medialen Trommelfeuers, bei dem „Flügel“ der AfD und ihren maßgeblichen Führungsfiguren Björn Höcke und Andreas Kalbitz, handele es sich um ein undurchsichtiges Konglomerat an Extremisten, deren eigentliche Heimat die NPD sei, der sie nur aufgrund mangelnder Erfolgsoptionen nicht beiträten, zeichnet die Realität ein völlig anderes Bild.

Dem „Flügel“, einem strukturlosen Zusammenschluss, welcher auch als neurechte Ideenströmung innerhalb der Partei bezeichnet werden könnte, fühlen sich mit regionalen Abweichungen, etwa 20-30 Prozent aller Mitglieder verbunden. Die „Erfurter Resolution“ stellt dabei so etwas wie die Gründungserklärung dar, das im Laufe der Zeit durch das „Kyffhäusermanifest“ und die „Flügelschläge“ vervollständigt wurde.

 „Flügel ist Wächter der Gründungsideale“

Die existenzielle Notwenigkeit dieser Ideengemeinschaft bewies sich bereits im Gründungsjahr des Flügels 2015, als der damalige AfD-Bundessprecher Bernd Lucke versuchte, aus dem alternativen Parteienprojekt eine im Mainstream angesiedelte und kernlose Partei zu formen, welche die fundamentalen Herausforderungen unserer Zeit nicht anzupacken gedenken würde.

Bis heute ist es maßgeblich dem „Flügel“ und seinen Protagonisten zu verdanken, dass den Sirenenklängen stattlich entlohnter Posten und gesellschaftlicher Akzeptanz im linksliberalen Mainstream widerstanden werden konnte und die AfD ihrem Namen nach bis heute eine „Alternative“ zu dem verbrauchten Parteienkartell darstellt. Der „Flügel“ ist Wächter der Gründungsideale und Brandmauer zu einem verkommenen Parteienkartell in einem. Durch Björn Höcke als prominenteste Figur vertreten, zeichnet sich der „Flügel“ durch drei elementare Kernpunkte aus, welcher ihn von der restlichen Partei unterscheidet:

1.) Das notwendige Verständnis, dass eine wirkliche politische Wende nicht (nur) im Parlament, sondern im sozialen und kulturellen Raum und somit erst einmal in den Köpfen der Bürger stattfinden muss. Folglich ist es von fundamentaler Bedeutung, den vorpolitischen Raum zu „erobern“, sprich die Einbindung metapolitischer Elemente in den täglichen Parteienbetrieb. Die freundschaftliche Kooperation, bei gleichzeitiger Autonomie mit außerparlamentarischen Initiativen, seien es aktivistische, publizistische, popkulturelle, theoriebildende oder sonstige Organisationen, ist unerlässlich. Dem von linksliberalen Medien und Politiker geforderten Distanzierungsfimmel muss konsequent standgehalten werden. Hier hat die Partei nichts aus den katastrophalen Fehlern von FPÖ-Politikern, namentlich Strache und Hofer, gelernt und dieselben Fehler begangen. Die AfD muss Bewegungspartei werden.

2.) Das Verständnis, dass eine „echte Alternative“ die großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts nicht mit denselben transatlantischen, neoliberalen und nichtssagenden Phrasen der Altparteien beantworten wird können. Ein solidarischer Patriotismus, ein gesellschafts/- und wirtschaftlicher Identitätsansatz, der der zersetzenden Politik der Etablierten diametral entgegensteht. Ein nahezu revolutionärer Ansatz, denn Heimat und Volk werden nicht als Marktplatz und Humankapital, sondern als eine metaphysische, die reine ökonomische Vernunftslogik übersteigende gemeinschaftliche Verantwortung, für sich, für Vor- und Nachfahren, verstanden.

3.) Die existenziellen Fragen Europas und der gesamten westlichen Welt, vor die uns das 21. Jahrhundert gestellt hat, müssten mittels einer klaren Sprache und direkten Aussagen kommuniziert werden, jedoch ohne chauvinistische Zusätze und dem entsprechenden situationsbedingtem Fingerspitzengefühl, welches in der Politik immer notwendig ist. Sei es der für immer mehr Bürger deutlich sicht- und fühlbare Bevölkerungsaustausch, die sozialen Verwerfungen oder auch die ökologischen Katastrophen; die Zeit der Kaffeekränzchen ist vorbei. Die Bewusstseinswerdung des Volkes für die alles entscheidenden Fragen muss forciert werden.

 „Für eine geeinte AfD“

Der „Flügel“ hat Fehler begangen, ebenso wie die sogenannten „Gemäßigten“, und auch ein Höcke oder Kalbitz sind vor konstruktiver Kritik nicht immun. Heute wäre ein solidarischer Umgang innerhalb der Partei mit dem „Flügel“, angesichts dessen Leistungen für die Partei, notwendiger denn je. Für eine geeinte AfD!


Die Gegenposition zu Patrick Pana vertritt der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski. Er ist der Ansicht, dass die AfD ohne den „Flügel“ erfolgreicher sein wird. Hier lesen: „Ohne den Flügel wird die AfD erfolgreicher sein“

Click to comment

You must be logged in to post a comment Login

Leave a Reply

Beliebt