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Deutschland

Sexismus-Vorwürfe: Satire-Truppe „Die Partei“ im Kreuzfeuer

Julian Schernthaner

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Ausgerechnet die tendenziell linksgerichtete Satirepartei „Die PARTEI“ hat derzeit mit Behauptungen über angeblichen Sexismus in ihren Reihe zu kämpfen. 

Wie die Junge Freiheit unter Berufung auf das Szene-Magazin Vice berichtet, haben es die Indizien in sich. Die selbsterklärte Satire-Partei, die ihre Wurzeln im Dunstkreis des Titanic-Magazins und dessen früheren Chefredakteurs Martin Sonneborn hat, soll nämlich nicht nur ein Problem mit Sexismus sein. Es soll auch zu versuchter Vertuschung desselben gekommen sein.

Sonneborn versuchte Vorwürfe mit Satire zu bekämpfen

Die Vorwürfe betreffen Vice zufolge keine akademische Debatte, sondern bieten ziemlich starken Tobak. Ein Mitglied soll auf einer Veranstaltung einer Partei einer Kellnerin ungebeten angeboten haben, ihr seinen Penis zu zeigen. Ein weibliches Parteimitglied soll von ihren Genossen aufgrund ihres Lebenswandels als „Samenbank“ bezeichnet worden sein. Zudem schütze der Parteivorstand angeblich zumindest einen Mann, der bereits Belästigungen von Parteikolleginnen zugab.

Nachdem sich die Meldungen über derartige Vorfälle und auch Austritte deswegen häuften, kam es aber nicht zum harten Durchgriff. Sondern man setzte zunächst auf die Hausmarke, nämlich Satire. Parteichef Sonneborn schrieb laut Vice im April 2019 in einem Brief: „Für PARTEI-Freunde, die in Zukunft ihre Finger nicht bei sich behalten können oder dämliche Anzüglichkeiten verbreiten, halten wir ein einfaches Übertrittsformular in die CDU bereit.“

Provokante Slogans – Sicherer Hafen für Frauenhasser?

Die Junge Freiheit wiederum thematisiert in ihrer Analyse die Wahlkampfstrategie der Partei, welche bei der letzten EU-Wahl 2.4 Prozent der Stimmen erreichte. An dieser verbrenne sie sich gerade die Finger, denn „um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, benutzt die Spaß-Truppe selbst immer wieder gern Sexwerbung“. Beispiele dafür seien „Mehr Geld! Mehr Bier! Mehr Sex!“ oder „Mehr Porno in der Politik“. Außerdem hätte es den Slogan „GrabToo – Sexuelle Belästigung für alle“ gegeben.

Mittlerweile muss offenbar auch Sonneborn einräumen, dass diese Herangehensweise nicht zielführend ist. Einige Männer seien mit ihren Parolen übers Ziel hinaus geschossen. Weniger harmlos sähen dies aber andere Genossen: Die Rede sei vom einem „hohen Gefahrenpotenzial“ für weibliche Mitglieder. Immer mehr Männer in der Partei sähen sich als Opfer des Feminismus und würden mit offener Frauenfeindlichkeit agieren.

Kritik auch aus linker Medienlandschaft

Auch der sonst oftmals gewogene Blätterwald, wie etwa die Berliner taz, übten starke Kritik. Die offen linke Zeitung fordert eine Reflektion über den „eigenen Sexismus“. Neben „machomäßigen Wahlplakaten“, seien Vorstände rein oder überwiegend männlich besetzt. Der Umgang mit Frauen sei generell zu überdenken, gerade auch weil die EU-Abordnung seit vergangenem Jahr für eine „neue Ernsthaftigkeit“ stünde.

PARTEI: Temporärer Aufnahme-Stopp für Männer

Die Reaktion von Parteichef Sonneborn folgte auf dem Fuß und standesgemäß: Er verkündete einen völligen Aufnahme-Stopp für Männer. Diese Maßnahme gelte ab dem Weltfrauentag am 8. März und insgesamt 100 Tage lang. Mindestens ebenso unklar wie die Frage, ob dieser Vorstoß überhaupt mit dem Parteiengesetz vereinbar ist, bleibt auch, ob der Männer-Bann die einstigen Freunde in den Redaktionsstuben besänftigen kann.

 

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