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Deutschland

Höckes Coup: Die Thüringen-Wahl aus rechter Sicht

Redaktion

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Seit gestern ist fast ganz Deutschland in Aufruhr. Auf allen Kanälen liest, sieht und hört man die Reaktionen von AfD-Gegnern in Politik und Medien. Als Gegengewicht zeigt die Tagesstimme stattdessen Analysen und Kommentare aus konservativer und rechter Perspektive:

Höckes Schachzug – drei Anmerkungen

Den Anfang macht der rechtsintellektuelle Verleger Götz Kubitschek. Auf Sezession im Netz attestiert er Höcke und der AfD „mit einem feinen Zug den Gegner in Zugzwang gebracht“ zu haben.

Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Görlitz habe das „breite Bündnis“ gegen die AfD noch funktioniert, in Thüringen jedoch nicht mehr – „und von solchen Momenten erhofft man sich Wirkung“, so Kubitschek. Und er hält anerkennend fest: „So konstruktiv-destruktiv wie Höcke hat aus dieser Partei heraus noch keiner agiert. In Thüringen jemanden so auf einen Stuhl setzen, daß es in Berlin einem anderen Stuhl die Beine abschlägt: Das taktische Arsenal der AfD ist um eine feine Variante reicher.“

Fünf Thesen zur Thüringen-Wahl

Das Freilich-Magazin veröffentlichte am Donnerstag-Vormittag fünf Thesen zum Fall Kemmerich. Wobei die FDP die erste Freilich-These bereits am frühen Nachmittag selbst widerlegt hat.

1. Die mutigste Partei in Deutschland ist die FDP. Aber nur in Thüringen. Knapp gefolgt von der CDU. Sie haben den Aufstand gegen die veröffentlichte Meinung geprobt.

2. Es gibt keinen Faschismus in Deutschland, der sein Haupt erhebt. Die AfD ist, verharmlosend gesagt, eine CSU auf Bundesebene, die demokratisch mitspielt. Thüringen hat so eine solide bürgerliche Mehrheit.

3. Wenn es nicht so zum Lachen wäre, müsste man weinen: der Faschismusbegriff der linksliberalen Extremisten ist zur Karikatur verkommen. Dementsprechend laufen sie in ihre eigene Falle.

4. Die Normalität der AfD ist den lokalen Parteien bekannt. CDU und FDP wissen wer ihr gegenüber ist. Sie können diese Chance nützen und müssen nicht der linksextremen Propaganda auf den Leim gehen.

5. Thüringen ist ein schüchternes Modell wie in Deutschland linke Minderheiten und ihre medialen Lautsprecher gekippt werden können. Wie fast überall in Europa haben sie keine demokratischen Mehrheiten hinter sich.

Philip Stein: Patrioten bestimmen mit!

Auch der Leiter des patriotischen Bürgernetzwerkes Ein Prozent, Philip Stein, äußerte sich zum Thema. Er spricht von einem „genialen Schachzug“ von AfD-Chef Björn Höcke und seinem Strategen Torben Braga:

„Damit nimmt Höcke das Heft des Handelns aktiv in die Hand. Statt selbst um eine Regierungsbeteiligung zu betteln, macht er mit seinem Schachzug klar: An uns Patrioten führt in Thüringen kein Weg mehr vorbei!“

Höckes genialer Schachzug

Tagesstimme-Redakteur Julian Schernthaner schlägt in dieselbe Kerbe: Höcke habe gezeigt, dass er ein „genialer Stratege“ sei. „Mit Besonnenheit hat er die Klaviatur des politischen Spiels kommandiert wie ein Vollprofi. Nun bestimmte er als erster AfD-Politiker die Geschicke eines Bundeslandes. Die Unterhaltung kriegt er frei Haus: Während er seinen grandiosen Eröffnungszug genießen kann, flattern Medien und Politik wie eine Taube am Schachbrett umher und versuchen, wahllos irgendwelche Figuren umzuwerfen. Chapeau!“, kommentiert Schernthaner.

Wenn Journalisten zu Parteisprechern werden

Am liberal-konservativen Blog Tichys Einblick erschien wiederum ein Beitrag, der das Verhalten der Medien kritisch unter die Lupe nimmt.

„Sollte Christian Lindner oder wer auch immer Kemmerich zum Aufgeben bewegen oder es anderswie zu Neuwahlen in Thüringen kommen, ginge es in die nächste Eskalationsstufe des politischen Kulturkrieges in Deutschland: mit unkalkulierbaren Folgen. In diesem Land scheint es nur noch Brandstifter zu geben und keine Feuerwehr mehr“, spekulierte der Autor noch vor Bekanntgabe von Kemmerichs Rücktritt.

Empörungswettbewerb der Superbetroffenen

Über die Entrüstungsstürme in Politik und Medien schreibt Felix Krautkrämer am Blog der Jungen Freiheit. „Journalisten, Kommentatoren und Politiker liefern sich einen erbitterten Überbietungswettbewerb, wem es gelingt, die größtmögliche Erschütterung zur Schau zu stellen. Kein Superlativ ist dafür zu groß, kein historischer Vergleich zu bemüht“, so Krautkrämer, der diese skurril anmutenden Fälle anhand mehrerer Beispiele aufzeigt.


Weiterlesen:

Götz Kubitschek: „Höckes Schachzug – drei Anmerkungen“

Freilich: „Weltuntergang in Thüringen – 5 Thesen“

Philip Stein: „Ramelow abgewählt! Kommentar zum Höcke-Schachzug“

Julian Schernthaner: „Höckes genialer Schachzug: Alles schäumt nach Ramelow-Sturz über“

Tichys Einblick: „Thüringen-Wahl: Wenn Journalisten zu Parteisprechern werden“

Felix Krautkrämer: „Empörungswettbewerb der Superbetroffenen“

1 Comment

1 Comment

  1. Avatar

    Widerstand.

    6. Februar 2020 at 16:45

    WAS DENKT DIE BREITE MASSE, WENN ES DIESE ANTIDEMOKTRATEN BEOBACHTET.
    ALLEIN DARAUF KOMMT ES AN.
    WIDERSTAND.

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