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Gesellschaft

Gedenken an NS-Opfer: Kranz von AfD weggeworfen und beschädigt

Monika Šimić

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Weil ein Demoteilnehmer mit der Teilnahme von AfD-Politikern am stillen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nicht einverstanden war, warf er den durch die AfD niedergelegten Kranz kurzerhand weg.

Berlin. – Am vergangenen Samstag sollte am Parkfriedhof Marzahn ein stilles Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus stattfinden. Vertreter mehrerer Parteien, darunter auch welche der Alternative für Deutschland (AfD), legten Kränze rund um eine Erinnerungsstelle für ermordete Zwangsarbeiter ab. Gegen die Beteiligung der AfD an diesem Gedenken gab es allerdings Proteste, es kam teilweise zu tumultartigen Szenen.

Polizei musste Demoteilnehmer wegdrängen

Wie die Polizei mitteilte, plante die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eine Kranzniederlegung in Gedenken an die Opfer des Holocaust. Vorm Eingang des Friedhofs in Marzahn begann um 10 Uhr allerdings eine weitere Versammlung, die scheinbar auch dem Gedenken gelten sollte, sich aber auch gegen einzelne Mitglieder der BVV richtete. Laut Angaben der Polizei versammelten sich unter dem Motto „Den Opfern des Faschismus gedenken, heißt auch Rechtsruck bekämpfen“ anfänglich etwa 50 Personen. Später stieg die Zahl der Versammlungsteilnehmer auf etwa 150.

Während der Kundgebung verschafften sich diese Zugang zum Friedhofsgelände und umstellten das Denkmal an dem die Kranzniederlegung der BVV geplant war. Weil sich die Demonstrationsteilnehmer nicht an die Anweisungen der Polizei hielten und das Gelände nicht verlassen wollten, drängten die Einsatzkräfte sie letztlich von der Gedenkstätte weg. Die Polizei musste den Zugang dann kurzfristig reglementieren, um sowohl das Betreten des Friedhofs zu ermöglichen als auch ein Aufeinantertreffen mit einzelnen Teilnehmern des stillen Gedenkens zu verhindern.

Kranz der AfD weggeworfen

Obwohl die Polizei Berlin mit bis zu 120 Beamten im Einsatz war, konnte diese nicht verhindern, dass einer der Demonstrationsteilnehmer nach der Kranzniederlegung einen durch die AfD abgelegten Kranz wegwarf und dadurch beschädigte. „Linke stören massiv die Gedenkveranstaltung an die Befreiung von Auschwitz. Dabei zertrampeln sie rücksichtslos Gräber und werfen Trauerkränze durch die Gegend“, kritisierte die AfD Berlin am Samstag in einem Beitrag auf Twitter. Das Gedenken konnte aufgrund der Tumulte nur in verkürzter Form stattfinden.

Der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger, zeigte sich indes empört über die Teillnahme der AfD an der Gedenkveranstaltung. „Das kann doch nicht wahr sein! Die Polizei verhindert das Gedenken von Opfern des Holocaust, damit die faschistische AfD auf dem Friedhof Marzahn die Opfer der Shoah verhöhnen kann. Die AfD hat auf diesem Friedhof nichts verloren“, schrieb Riexinger am Samstag auf Twitter.

2 Comments

2 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    27. Januar 2020 at 16:49

    „Die AfD hat auf diesem Friedhof nichts verloren”, schrieb Riexinger am Samstag auf Twitter.“
    Und wenn Herr Riexinger noch immer nicht differenzieren kann, die AfD als Ganzes stigmatisiert und solche Anlässe wie die Kranzniederlegung auf übelste Art und Weise polemisiert und seiner Verbohrtheit opfert, dann hat er nicht nur auf dem Friedhof nichts zu suchen, sondern auch nichts im hohen Hause der Demokratie – er sollte den Bundestag verlassen. Und zwar auf immer! Auf solche „Politiker“ wie ihn können wir in diesem Land, in dem wir gerne leben, gut und gerne verzichten…!
    PS. Wo bleibt eigentlich Ihre Distanzierung von den marodierenden Antifa-Terroristen in Leipzig, Herr Riexinger? Oder geht das für Sie in Ordnung, weil die ja für die „Presse- und Meinungsfreiheit demonstrieren“, wie Herr Deniz Yücel schrieb…?

  2. Avatar

    Heimatvertriebener

    27. Januar 2020 at 19:14

    Es war wieder mal eine tolle Gelegenheit, an die recht unglückliche Bezeichnung des Holocausts durch Herrn Gaulandt, natürlich wie immer voll aus dem Zusammenhang gerissen, zu erinnern. Er hat sich viele Male dafür entschuldigt.
    Ausgerechnet die rechtmäßigen Erben der Mauermörder mussten sich nun natürlich mal wieder bei dieser Gelegenheit in Szene setzen.
    In München wurde bei einer Demo armer Menschen, die gegen ihre Altersarmut protestierten, eine gehbehinderte alte Dame von ca. sechs Polizisten abgeführt. Einem hätte sie wohl davonrennen können. Ihr „gemeines Verbrechen“. Sie riss einem der natürlich wie immer aufrecht gegen „Rechts“ protestierendem Antifanten irgend einen Gegenstand des Protests aus der Hand. Nun wird sie ja sicher einen Stafbefehl bekommen. Ich hoffe, sie lässt es auf eine Verhandlung ankommen. Den Richter möchte ich sehen, der es dann wagt, sie zu verurteilen.
    Was aber erwartet nun den oder die Beschädiger des Gedenkkranzes für die jüdischen Opfer? Wären die Täter Rechte, wäre ja schon alles klar. Aber wie ist es nun? Ich denke, damit wurde das Gedenken an die Opfer des Holocaust geschändet. Vielleicht ist aber der Standort seiner widerlichen Tat ein Glücksfall für den Täter.

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