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Österreich

Abrechnung mit Kogler & Co.: Grüner Gewerkschafter wirft das Handtuch

Julian Schernthaner

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Weil er mit dem Ergebnis der türkis-grünen Verhandlungen unzufrieden ist, legt der Gewerkschafter Herbert Orsolits (AUGE-UG) seine sämtlichen politischen Ämter nieder.

Wien. – Wie der Kurier berichtet, rechnet Orsolits, bislang für die Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen/Unabhängige Gewerkschafter (AUGE-UG) am Start, in einem offenen Brief mit der Parteispitze rund um Neo-Vizekanzler Werner Kogler ab. Dabei kritisierte er angebliche inhaltliche Kompromisse und Kehrtwenden.

Grünen-Gewerkschafter fühlt sich „verhöhnt“

In einem Facebook-Beitrag schimpfte Orsolits bereits am Sonntag über den „ausverhandelten Regierungspragmatismus“, welchen er „als verhängnisvoll einstufe“. Das Koalitionsprogramm stelle nämlich grüne Werte „spürbar hinter die Verlockungen von Macht und Ämtern“. Dies stelle „politische Antithese zu vielen bisherigen grünen Überzeugungen“ dar, Grün drohe damit „auf türkiser Sparflamme“ auszukochen.

Auch inhaltlich fehlt ihm die grüne Handschrift: Insbesondere aus seiner Warte als Arbeitnehmervertreter fühle er sich „verhöhnt“, etwa weil die „‚freiwillige‘ 12-Stunden-Tag-Ausbeuterei“ im Regierungsprogramm keiner Überarbeitung harren. Außerdem hätte er gerne mehr Standpunkte zu leistbarem Wohnen im Programm wiedergefunden. Er sei nicht bereit, seine Basis mit „Durchhalteparolen“ abzuspeisen.

Rücktritt von allen politischen Ämtern

Insgesamt hätten die Vorkommnisse in ihm den Entschluss reifen lassen, auf seine politischen Ämter zu verzichten. Seine Enttäuschung richte sich neben Kogler auch an Sigrid Maurer und Birgit Hebein, weil diese als einst scharfe Kurz-Kritikerinnen nun mit diesem über ein Regierungsprogramm mitverhandelten: „Geht’s noch?“

Er wolle „mit sofortiger Wirkung alle Ämter die mit politischem Einfluss verknüpft sind“ zurücklegen. Als „schwer enttäuschter Mitstreiter“ werde er sich künftig wohl ins Lager der Nichtwähler gesellen. Orsolits ist derzeit laut Kurier auf dem Ticket der AUGE/UG unter anderem als Arbeiterkammerrat in Wien tätig.


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3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    7. Januar 2020 at 15:44

    Es ist erbaulich zu erleben, dass nicht jeder käuflich ist.
    Hut ab.
    Die Bestätigung aus einem anderen Spektrum, dass wir es in der neuen Regierung mit lauter Leguanen zu tun haben.
    Alle Parteien haben das selbe Problem durch die Bank.

  2. Avatar

    Henriette

    7. Januar 2020 at 21:45

    Alles, was man der FPÖ vorgeworfen hat, wird jetzt an den „Grünen“ kritisiert. Es war auch nichts anderes zu erwarten. Alles wiederholt sich, vielleicht auch ein neues „Ibiza“? ☺️
    Kurz verhält sich eben schlau. Die „Grünen“ unter Kogler sind derzeit für ihn das „geringste Übel“.

  3. Avatar

    bubi

    22. Januar 2020 at 8:43

    Ja wenn der Futtertrog winkt werden alle Vorsätze über bort geworfen.
    Was sagt uns dass auch die sind käuflich und wenn es Leute gibt die so reagieren ist dad zu begrüßen
    Alle Achtung

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