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Österreich

Parteispaltung in Wien: Drei FPÖ-Gemeinderäte gründen neuen Klub

Julian Schernthaner

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Ein neuer Rathaus-Klub rund um Strache-Unterstützer formiert sich gerade in Wien. Die FPÖ will am Nachmittag dazu ausführlicher Stellung beziehen.

Wien. – Knalleffekt im freiheitlichen Lager in der Bundeshauptstadt: Nur wenige Tage nach seiner Demontage als Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft Wien tritt Strache-Intimus Karl Baron mit zwei weiteren Gemeinderäten aus dem dortigen FPÖ-Klub aus. Ob damit auch der Weg für eine Rückkehr des langjährigen blauen Parteichefs ist, ist derzeit unklar.

Drei Gemeinderäte gründen neuen Klub

Wie der Standard in seinem Liveticker berichtet, gründen drei bisherige Mandatare einen neuen Klub im Wiener Rathaus unter dem Namen Die Allianz für Österreich (DAÖ). Neben Baron handelt es sich dabei laut ORF um Klaus Handler und Dietrich Kops. Letzterer war jahrelanger Obmann in Landstraße – jenem Gemeindebezirk, aus welchem auch Strache stammt.

Ob dieser selbst in den Gemeinderat einziehen wird, ist unklar – Baron selbst jedenfalls will vorerst nicht auf sein Mandat verzichten. In jenem Fall wäre Strache erster Nachrücker. In der Erklärung im Grand Hotel Wien kündigte man an, auch in anderen Bundesländern eigene Landtagsklubs anzustreben. Motivation für die Gründung seien unter anderem die ständigen Attacken auf Strache.

DAÖ will verärgerte FPÖ-Wähler ansprechen

Als „Spalter“ will sich Baron nicht sehen, die FPÖ sei bereits länger gespalten. Laut Der Standard könnten Baron zufolge aber in den kommenden Tagen weitere fünf bis sieben Mandatare die Fronten wechseln. Das Wählerpotenzial sieht Kops neben verärgerten FPÖ-Wählern auch unter bisherigen ÖVP-Sympathisanten.

Auch Handler beklagte in der Pressekonferenz die seiner Ansicht nach mangelnde Solidarität der Freiheitlichen mit ihrem langjährigen Obmann. Derzeit berät das FPÖ-Parteigericht über einen Ausschluss Straches.

Assoziationen zur BZÖ-Abspaltung

Bei dieser wiederum wähnt man sich in einem déjà-vu – gab es doch im Jahr 2005 mit dem BZÖ bereits einmal eine Abspaltung aus dem Umfeld eines langjährigen Parteiobmanns. Entsprechend warf etwa Hans-Jörg Jenewein, Ex-Nationalratsabgeordneter der FPÖ, Strache vor, „den Haider“ machen zu wollen. Heinrich Sickl, FPÖ-Gemeinderat in Graz, entgegnete darauf: „Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“

Assoziationen zu den Vorgängen des Jahres 2005 weckte die Ankündigung auch bei FPÖ-Parteichef Norbert Hofer. Es habe sich ein „Bündnis Zukunft Ibiza“ gegründet, ätzte dieser. Dies sieht er auch als Chance: Die Abspaltung würde die „volle Verantwortung für die Ereignisse im Nachfeld zu schultern haben“. Seine Partei habe damit den „Rucksack abgelegt“. Um 16 Uhr will er in einer Pressekonferenz ausführlicher Stellung zur Causa beziehen.


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Trotz Parteizwist: Einstimmige Rückendeckung für FPÖ-Wirtschafter Baron (9.12.2019)

4 Comments

4 Comments

  1. Avatar

    Widerstand.

    12. Dezember 2019 at 11:58

    Mal sehen, ob diese Gruppe klüger ist als die FPÖ, wäre eigentlich KEINE KUNST, weil viel dümmer (verlogener) als Kickl und Hofer, auch Strache, kann man nicht sein.
    Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

    • Avatar

      Heimatvertriebener

      13. Dezember 2019 at 0:21

      Wenn laut obigem Text der Strache Intimus Baron einer der Mitbegründer war, halte ich es nicht gerade für ausgeschlossen, dass auch Strache dort eintrit. Es kann gutgehen wenn die neue Partei eher die etwas weiter rechts stehenden Wähler anspricht, die alte FPÖ mehr zur Mitte rückt. Vor allem, wenn der Kanzler Kurz nun wegen der Koalition eine wohl etwas andere Asylpolitik betreiben wird.
      Aber ich bewege mich gedanklich schon wieder in fremden Revieren und somit auf dünnem Eis. Eine ähnliche Spaltumg befürchte ich auch irgendwann bei der AfD. Was den linken Hetzern versagt bleibt, schafft man dann selber. Es wäre sehr bedauerlich und die darauf einsetzende Häme der Altparteien fühle ich schon jetzt.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    12. Dezember 2019 at 13:17

    Hofer selbst,
    der größte Wackelkandidat?

  3. Avatar

    Henriette

    12. Dezember 2019 at 16:31

    Es wurde schon Zeit! Ich würde eine neue Partei von Strache- Anhängern sofort wählen.

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