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Kultur

MDR-Rauswurf wegen Kritik: Fans starten Petition für Uwe Steimle

Julian Schernthaner

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Die Entscheidung des MDR, die Zusammenarbeit mit dem beliebten Unterhaltungskünstler Uwe Steimle aufzukündigen, sorgt für breite Kritik. Nun kommen ihm seine Fans zu Hilfe.

Leipzig. – Maßgeblich für die Entscheidung, den Kabarettisten vor die Tür zu setzen, war der Bild zufolge unter anderem ein Interview in der konservativen Jungen Freiheit im Vorjahr. In diesem warf er den öffentlich-rechtlichen Angeboten vor, eine mangelnde Staatsferne zu pflegen. Den ARD-Journalisten Claus Kleber verglich er dabei mit dem DDR-Propagandisten Karl-Eduard von Schnitzler alias „Sudel-Ede“.

Steimle: „Das ist für mich ein Berufsverbot“

Für den Mitteldeutschen Rundfunk ist die Begründung für das Steimle-Aus klar. „Wiederholt“ habe dieser „die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage gestellt“. Neuerliche Kritik am MDR zeige „mangelnde Loyalität“ gegenüber dem Sender, dies mache eine weitere Zusammenarbeit „unmöglich“. Man habe bereits nach dem JF-Interview klargemacht, dass seine Aussagen „nicht akzeptabel“ seien.

Steimle zeigte sich gegenüber ebendieser Jungen Freiheit entsetzt: „Das ist für mich ein Berufsverbot und nichts anderes. Das erinnert mich an finsterste Zeiten.“ Bereits zuvor hätte ihm der Sender verboten, sich in seiner Sendung Steimles Welt, die seit 2013 lief, satirisch zu äußern. Der für seinen markanten sächsischen Dialekt bekannte Humorist sieht darin eine Aufforderung zur „Selbstzensur“.

Humorvolle Sendung zeigte mitteldeutsches Leben

Das Erfolgsrezept seines Leibformates war dessen Publikumsnähe: In drei bis fünf Folgen jährlich tourte Steimle mit einem 312er-Wartburg durch das Sendegebiet, besuchte dabei oft einfache Menschen und fragte sie über ihre Lebensrealitäten. Er stellte zahlreiche kleine Betriebe ebenso vor wie Kuriositäten, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten. Damit machte er die regionale Kultur auch abseits der großen Wege für Jedermann greifbar.

Auch so mancher Prominenter kam bei Steimle immer wieder zu verschiedensten Themen zu Wort, darunter ein bekannter Theologe, eine DDR-Radsportlegende oder ein Hallenser Kunstmaler. Immer wieder garnierte er seine 45- bis 90-minütigen Sendungen dabei mit einer gehörigen Portion Humor. Insgesamt erschienen 18 Folgen der Kultserie – die letzte am 17. November.

Fans wollen „einzigartiges Format“ erhalten

Seine Fans machen deshalb nun gegen die Absetzung von Steimles Welt mobil. In einer >>Online-Petition<<, die nach einem Tag bereits über 7.000 Unterstützer findet, appelliert man an die Vernunft der MDR-Intendatin Carola Wille. Es handle sich um ein „einzigartiges Format, das auf unterhaltsame Weise die Menschen und das Leben in Mitteldeutschland dokumentiert“, so der Beitext. Ziel sind 50.000 Unterschriften.

Verantwortlich für die Petition zeichnet Jens Mahlow. Dieser richtet in Meißen ein jährliches Steampunk-Festival aus und ist in der Region auch als Islamkritiker bekannt. Seiner Ansicht nach Missachten die MDR-Verantwortlichen „den Willen der Zuschauer und Beitragszahler“. Eine ähnliche Petition trug bereits im Vorjahr, als eine Absetzung von Steimles Welt erstmals im Raum stand, nach eigenen Aussagen zum Umdenken beim öffentlich-rechtlichen Sender bei.

5 Comments

5 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmueller

    5. Dezember 2019 at 17:54

    Sehr gerne habe ich diese Petition gegen den Maulkorberlass des MDR unterschrieben!
    „Wer sich nicht wehrt ,lebt verkehrt“!

  2. Avatar

    Schade, Falk

    7. Dezember 2019 at 8:27

    Nur werden sie sich dieses Mal nicht umentscheiden. Leider.

  3. Avatar

    Dieter Blümel

    16. Dezember 2019 at 7:45

    Was will man von einem sich als HEIMATSENDER bezeichnendem Sender erwarten, dessen Musikbeiträge zu gefühlt 80% aus englischen Titeln besteht.
    Es gab einmal unter einem anderen Intendanten eine Zeit, als englische Titel die Ausnahme waren. Da lautete die Werbung auch noch „Die besten Oldies, die besten Schlager“
    Per E-Mail geäußerte Kritik an diesem Zustand wird einfach nicht beantwortet.
    Ich bezeichne das als Borniertheit. Man sitzt ja sicher im finanziell (auch durch meinen Rundfunkbeitrag) gut gepolstertem Sattel

  4. Avatar

    Capella

    1. Februar 2020 at 0:52

    Steimle ist nichts für Zugereiste oder Verschwörungstheoretiker. Er füllt jene Lücke, die beispielsweise von Hildebrandt, Staeck und vielen anderen, im Bereich Satire und Kabarett hinterlassen wurde. Wie würde man heute mit einem Werner Finck umgehen, von dem der Spruch „Kraft durch Freunde“ stammt und der für derlei Sprüche ins KZ kam?
    Langsam geraten wir aus der Demokratie in eine Demokratur der Rechthaber und Unwissenden.

  5. Avatar

    Klaus Reinhardt

    4. Februar 2020 at 15:26

    Wer die bösartige Statiere eines Böhmermann zulässt, kann Uwe Steimle nicht streichen.

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