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Kultur

Nach Zensurwunsch: Nuhr wirft Sonneborn totalitäre Tendenzen vor

Julian Schernthaner

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Dieter Nuhr reagierte auf die Forderungen von Martin Sonneborn (Die PARTEI), den beliebten Kabarettisten aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verbannen mit einem gepfefferten Konter.

Hannover. – Die Wurzeln der Fehde gehen auf den Europawahlkampf des früheren Herausgebers des Satiremagazins Titanic zurück. Damals bezeichnete Sonneborn seinen Branchenkollegen als „Scheinkabarettisten“. Nach den Witzen Nuhrs über Greta Thunberg legte er dann nach und sagte in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen, er würde Nuhrs Auftritte im Rundfunk verbieten, wenn er etwas zu sagen hätte.

Nuhr: „Der Deutsche neigt zum Totalitären“

Nun, zweieinhalb Wochen später, nützt Nuhr die Gelegenheit, ebenfalls in einem HAZ-Interview, für einen Konter. Er nehme die Aussage von Sonneborn als „sehr ehrlich“ wahr. Denn sie sage viel über das Verhältnis des seit 2014 im Europaparlament sitzenden Satirikers zur Meinungsfreiheit aus. „Der Deutsche neigt ja immer mal wieder zum Totalitären, das ist ja nichts Neues“, so Nuhr.

Auch Sonneborns früherer Aussage, er sei nur ein „Schein-Kabarettist“, hielt er eine direkte Gegenbewertung entgegen. Er habe nämlich „zahlreiche Therapiestunden benötigt“, um zu erkennen, dass es sich bei Sonneborn auch nur um einen „Scheinpolitiker“ handle. Dadurch sei für sein Dafürkönnen nun „alles wieder gut“, so der vielfach preisgekrönte Nuhr.

Kritik an „politischer Angepasstheit“ im Kabarett

Auch zur breiten Aufregung – Die Tagesstimme berichtete – über seine Witzeleien auf Kosten der schwedischen Klimaaktivistin Thunberg äußerte sich Nuhr. Diese habe ihn nicht überrascht: „Da ich den geistigen Horizont der Kollegen ganz gut einschätzen kann, bin ich selten verwundert“, so die gelassene Antwort des Humor-Urgesteins. Früher hingegen sei es im Kabarett ganz üblich gewesen, den Zeitgeist infrage zu stellen.

Heute würden dies allerdings nur mehr wenige Komiker tun. Vielmehr wäre „politische Angepasstheit und Ausgrenzung von Andersdenkenden“ heutzutage ein „gutes Geschäftsmodell“ unter seinen Kollegen. Seiner Ansicht nach seien abweichende Meinungen hingegen lediglich eine „Herausforderung“ – und kein „auszumerzendes Übel“.


Weiterlesen:

Komiker Nuhr erntet Kritik von Twitter-Nutzern wegen Thunberg-Witzen (1.10.2019)

1 Comment

1 Comment

  1. Avatar

    Heimatvertriebener

    6. November 2019 at 14:56

    Vor wenigen Jahren nahm sich CDU Urgestein Elmar Brok diesen komischen Komiker Sonneborn im EU Parlament zur Brust. Was er dort überhaupt wolle, da er nie mitarbeitet und nur abkassiert.
    Nun ist ja noch so ein trauriger Experte von der heute-show dazugekommen. Letztens stimmte einer der beiden Helden für einen Vorschlag, der Andere dagegen. Aber nicht etwa weil sie verschiedener Meinung waren, sondern aus Daffke.
    Deren trauriger Verein will ja auch älteren Menschen das Wahlrecht entziehen, da Kinder und Jugendliche unter 18 auch nicht wählen dürfen. Das sagt wohl schon alles über solche
    Spinner.
    Für die umbenannte SED in Thürigen wäre das schlimm gewesen. Bekanntlich verdankt sie ihre Spitzenposition genau diesen bösen alten weißen Männern.
    Herr Nuhr hat sich auch mindestens einmal sehr abfällig über die AfD geäußert. Vielleicht war es ja nur eine Alibiäußerung damit er weiter im Programm auftreten darf. Der frenetische Applaus der „Guten“ kam spontan.

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