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Gesellschaft

Neues von rechts: Pankraz, Liederbuch & ‚alles roger?‘

Stefan Juritz

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Der bedeutende konservative Publizist Günter Zehm alias „Pankraz“ ist am Freitag verstorben. Die FPÖ hat mit einer neuen „Liederbuch-Affäre“ zu kämpfen. Und das Magazin alles roger? ist eingestellt worden.

Am Freitag ist der bedeutende konservative Philosoph, Journalist und Publizist Günter Zehm im Alter von 86 Jahren gestorben. Einem größeren Publikum wurde Zehm durch seine „Pankraz“-Wochenkolumne bekannt, die der DDR-Dissident seit 1975 – zuerst für die Welt, später für den Rheinischen Merkur und schlussendlich für die Junge Freiheit – schrieb (Die Tagesstimme berichtete).

„Es lagen die alten Germanen…“

Es scheint fast wie eine Kopie der letzten Landtagswahl in Niederösterreich zu sein: Kurz vor der steirischen Landtagswahl veröffentlicht eine Zeitung (diesmal nicht der Falter, sondern die Krone) Auszüge aus einem Liederbuch. Es handelt sich dabei jedoch um kein offizielles Liederbuch einer Studentenverbindung, sondern eine Liedersammlung, die eine Knittelfelder Mittelschulverbindung von einer Grazer Burschenschaft zu ihrem Stiftungsfest geschenkt bekommen haben soll. Wieder werden die gleichen Vorwürfe laut: Rassismus, Antisemitismus und NS-Verherrlichung. Im Zentrum der Aufregung steht einmal mehr das Lied „Es lagen die alten Germanen“ – und ein FPÖ-Politiker: Wolfgang Zanger, Nationalratsabgeordneter und Mitglied des pennalen Corps Austria zu Knittelfeld. Dies ist auch die einzige Verbindung zur FPÖ. Die politische Konkurrenz nutzte dies aber umgehend aus und so wurden von allen anderen Parteien sofort Rücktrittsforderungen laut.

Entgegen den Vorwürfen handelt es sich bei dem zu Beginn skandalisierten Lied „Es lagen die alten Germanen“ jedoch mitnichten um NS-Verherrlichung. Darauf machten sowohl die FPÖ als auch die steirischen Burschenschaften aufmerksam. Denn die jetzt von den Medien problematisierten Liedstrophen waren als Persiflage auf die „Deutschtümelei“ früher ebenso Teil des Liedguts katholischer Verbindungen.

Über die Hintergründe und Ursprünge des Liedes berichtete Die Tagesstimme am Freitag: „‚Die alten Germanen‘: Das ist die Geschichte des berüchtigten Liedes“

Der Arbeitskreis Nautilus, zu dem auch Die Tagesstimme gehört, veröffentlichte Anfang des Jahres 2019 eine Studie zur Liederbuch-Affäre rund um Udo Landbauer und die pennale Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt, die man hier kostenlos lesen und herunterladen kann.

Alles roger? hört auf

Das patriotische Monatsmagazin alles roger? ist ab sofort eingestellt. Das verlautbarte Herausgeber Ronnie Seunig Mitte der Woche im Interview mit Wolfgang Fellner auf oe24 (Die Tagesstimme berichtete). Als Begründung gab er an, dass der betriebene Aufwand mit dem Nutzen nicht mehr übereinstimme. Auch der Zustand der Meinungsfreiheit in Österreich sei in der Zwischenzeit „bedenklich“. „Versuch‘ nicht gegen den Wind zu pinkeln, sonst machst du dir die Knie nass“, so Seunig im Interview.

Erst kurz zuvor war bekannt geworden, dass auch Die Neue Aula, Nachfolger des im vergangenen Jahr eingestellten Magazins Die Aula nach nur einer Ausgabe wieder eingestellt wird. Grund dafür waren interne Differenzen und auch der starke mediale Druck.

„Thüringen in der Hand von Extremisten“

Das patriotische Comedy-Format Laut Gedacht beschäftigt sich in seiner aktuellen Folge mit der „denkwürdige[n]“ Landtagswahl in Thüringen. „Allein den verhassten alten weißen Männer ist es zu verdanken, dass die Linke in Thüringen weiterregieren darf. Bodo Ramelow wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder Ministerpräsident. Einige Leute wissen scheinbar nicht, dass nun für weitere vier Jahre ein Extremist im Landtag sitzen wird“, heißt es in der Videobeschreibung dazu.

IfS-Studie „Die Grünen“ neu aufgelegt

Das Institut für Staatspolitik (IfS) hat eine aktualisierte und erweiterte Ausgabe der Studie über die deutschen Grünen veröffentlicht (hier bestellen). Darin geht um die metapolitischen Ursachen für die grünen Wahlerfolge und wie stark die Partei das Land in den letzten Jahrzehnten geprägt hat – ob nun etwa bei den Themen Ökologie, Gender Mainstreaming, Multikulturalisms oder Homoehe. Auf YouTube präsentierte IfS-Leiter Dr. Erik Lehnert die Studie in kurzen Worten:

Linke attackieren Lothar Höbelt wegen Akademie-Auftritt

Von 22. – 24. November veranstalten der Freiheitliche Akademikerverband (FAV) Steiermark und das Institut für Staatspolitik (IfS) in Semriach (bei Graz) eine Herbstakademie mit dem Thema „Volk“. Für Aufregung bei den linken Studentenvertretern aus Wien sorgt dabei der Auftritt des Historikers Prof. Lothar Höbelt. Dieser wird dort nämlich zum Thema „‚Entgermanisierung‘? Österreich und Deutschland nach 1945“ referieren. Und dieser Vortrag ist dem Vorsitzteam der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Wien ein so großes Dorn im Auge, dass man deshalb am Mittwoch in einer Aussendung die „Entlassung von Lothar Höbelt aus dem universitären Betrieb” forderte.

Der Akademie-Veranstalter, FAV-Obmann DI Heinrich Sickl, reagierte noch am selben Tag und kritisierte die linken ÖH-Vertreter in ihrer eigenen Diktion. „Es ist eine Schande, dass das extrem links verortete Vorsitzteam der ÖH Wien einen hochgeschätzten Historiker in einer Weise angreift und damit die Freiheit der Forschung in Frage stellt.“ Weiters sei er „überzeugt davon, dass es besser qualifizierte Personen für die Vorsitzführung der Hochschülerschaft“ gebe. Sickl forderte darüber hinaus „klare Kante gegen linksextreme Ideologien an der Universität“ (Die Tagesstimme berichtete).

30 Jahre Mauerfall

Der AfD-nahe Deutsche Akademikerverband organisiert am 9. November am Haus der Berliner Burschenschaft Gothia einen Veranstaltung mit dem Titel „30 Jahre Mauerfall – Leben dies- und jenseits der Mauer“. Es werden dort die beiden Zeitzeugen Jürgen Riedel und Dr. Christoph Berndt referieren. Anmelden kann man sich unter [email protected]

Drei Tage zuvor, am kommenden Mittwoch, den 6. November, wird der Autor Michael Klonovsky ebenfalls in Berlin – in der Bibliothek des Konservatismus – auftreten. Anlässlich des Mauerfalls liest Klonovsky aus seinem Roman „Land der Wunder“. Die Veranstaltung ist jedoch bereits ausgebucht, man kann sich nicht mehr anmelden.

„System statt Chaos – Ein Plädoyer für eine rationale Migrationspolitik“

Bereits am 16. Oktober 2019 stellte der Professor für Volkswirtschaftslehre, Fritz Söllner, sein Buch „System statt Chaos – Ein Plädoyer für eine rationale Migrationspolitik“ in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin vor. In seinem Vortrag spricht sich Söllner für eine sachliche Debatte in der Migrationsfrage aus und fordert eine strikte Trennung zwischen Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik. Der gesamte Vortrag ist hier zu sehen:

1 Comment

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  1. Avatar

    Widerstand.

    3. November 2019 at 10:33

    Herr Hofer und Herr Kickl, Abwerzger und Haimbuchner haben NICHT darauf hingewiesen, dass es sich um ein Schmählied handelt, sondern es verurteilt. Diese Leute sind einfach zu blöd und reine Anbiederer. Aus Rücksicht auf die steirische Landtagswahl verhält man sich auffällig ruhig. Das ist aber auch der einzige Grund. Diese Leute haben in der FPÖ NICHTS mehr verloren. Sie haben die Werte der FPÖ VERRATEN, sind so nebenbei aber auch taktisch zu blöd, denn wer die Werte einer Partei verrät, hat schon verloren, er ist in die Falle gegangen. Das nennt man BLÖDHEIT.

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