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Gesellschaft

Amokfahrt in Limburg: Syrer rammte mit gestohlenem LKW mehrere Autos

Julian Schernthaner

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Am Montagabend fuhr ein syrischer Staatsbürger in Limburg mit einem Lastwagen gegen mehrere PKWs. Ein terroristisches Motiv gilt als möglich, die Behörden ermitteln aber in alle Richtungen.

Limburg (Lahn). – Wie die Junge Freiheit am Dienstag berichtet, gibt es infolge der Tat in der westhessischen Mittelstadt acht Verletzte, einschließlich des LKW-Fahrers. Bei diesem handelt es sich laut Spiegel um den 32-jährigen Syrer Omar Al I., der seit 2015 in Deutschland lebte und seit 2016 subsidiären Schutz genoss. Die Polizei konnte den Mann unmittelbar nach der Tat festnehmen.

Amokfahrt oder Anschlag: Unklarheit um Tatmotiv

Während das ZDF am Dienstagmorgen ursprünglich berichtete, dass es sich nach Ansicht der Behörden um einen Terroranschlag handle, berichtet die Hessenschau, es handle sich eher um eine Amoktat. Die Unklarheit orientiert sich unter anderem an der Verlässlichkeit der Zeugen. Einige Passanten gaben der Welt zufolge nämlich am Montag an, der Mann habe mehrfach irgendetwas mit „Allah“ gemurmelt.

Die Polizei Westhessen bat deshalb noch am Montagabend auf Twitter, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen. Die Generalstaatsanwaltschaft Hessen traut sich dem Folgebericht des ZDF zufolge derzeit keine endgültige Einschätzung ab, ob ein terroristisches Motiv vorliegt. Vorerst ermittelt sie wegen versuchter Tötung – und dies „in alle Richtungen“, über das Tatmotiv könne man daher noch keine verlässlichen Angaben machen.

Mann bereits amtsbekannt – Aufenthaltstitel lief aus

Als gesichert gilt unterdessen, dass der Mann unter dem Einfluss von Rauschmitteln stand. Während die Hessenschau von einer vorausgehenden Kneipentour mit einem Verwandten spricht, will der Bild zufolge der bestohlene LKW-Fahrer einen möglichen Drogeneinfluss des Mannes ausgemacht haben. Der Mann fiel in der Vergangenheit bereits durch Gewalt- und Suchtmitteldelikte sowie Ladendiebstahl auf.

Wie der Spiegel zudem berichtet, lief die Befristung des Aufenthaltstitels des Mannes am 1. Oktober aus. Kontakte zu Islamisten konnten dem Mann allerdings bislang keine nachgewiesen werden – er galt auch nicht als Gefährder. Auch Hausdurchsuchungen in seiner Wohnung sowie in jener eines Cousins konnten bislang weder Waffen, noch Sprengstoff, noch islamistisches Propagandamaterial zutage führen.

AfD-Kritik an Abschiebepraxis

Dass der Mann trotz offensichtlicher Konflikte mit dem Gesetz noch im Lande war, führte am Dienstagmittag auch zu Kritik aus der Politik. Insbesondere die patriotische AfD nutzte den Verfall zur Kritik an der Migrations- und Asylpolitik, vor allem an der Abschiebepraxis. Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende im Bundestag, stellte etwa die Frage „wie viele solcher Zeitbomben“ sich noch in Deutschland befänden.

Auch der für seine oftmals scharfen und islamkritischen Reden populäre Abgeordnete und innenpolitische Sprecher der Partei, Gottfried Curio, fand deutliche Worte. Er weist insbesondere auf den ausgelaufenen Aufenthaltstitel hin. Die Tat zeige, dass die „systematische Anwendung von Abschiebegewahrsam bei Ausreisepflichtigen […] dringend notwendig“ sei, so Curio in einer Aussendung.

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