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Österreich

Nach Wahlerfolg: Grünen-Funktionär will „Kapitalismus anzünden“

Julian Schernthaner

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Am Abend des grünen Wiedereinzuges in den Nationalrat sorgte ein grüner Jungfunktionär aus Niederösterreich mit einer radikalen Positionierung zum Kapitalismus für Debatten.

Wien/St. Pölten. – Am Wahlabend war die Euphorie bei den Grünen groß. Noch vor zwei Jahren unerwartet aus dem Nationalrat geflogen, kehrten sie nun mit dem Rekordergebnis von etwa 14 Prozent stärker denn je ins Hohe Haus zurück. Entsprechend groß war die Aufbruchstimmung an der Parteibasis – so auch bei Stephan Bartosch, dem Landessprecher der Grünen Jugend in Niederösterreich.

Grünen-Jungfunktionär: „Kapitalismus anzünden“

Auf Twitter ließ er anklingen, dass ihn das Comeback in der großen Parlamentskammer offenbar anspornt. Denn er stellte nicht weniger als das gesamte kapitalistische System infrage: „Next up: Kapitalismus anzünden“.

Als exemplarisch nannte er den Onlineversand-Riesen Amazon, welcher wegen möglicher Steuervermeidung derzeit weltweit in der Kritik, gerade aus dem kapitalismuskritischen Lager, steht. Die Grünen wiederum fordern sich seit Jahren vehement Maßnahmen gegen Steuerflucht.

Prominente Twitter-Nutzer warnen ÖVP vor Koalition

Diese Positionierung sorgte in der Folge für einige Befremdung im sozialen Netzwerk. Dies galt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit der politischen Kommentatoren in Österreich, eine türkis-grüne Koalition als mögliche und wahrscheinliche Regierungsform sehen. Die ÖVP von Sebastian Kurz verfolgt traditionell eine wirtschaftsfreundliche Politik.

Entsprechend mehrten sich auch die Stimmen, welche die Volkspartei angesichts der Bartosch-Aussage vor einem derartigen Bündnis warnten. Unter ihnen auch der wertkonservative Wiener Arzt Marcus Franz, früher Nationalratsabgeordneter, zuerst für das Team Stronach, später im ÖVP-Parlamentsclub. Er sah darin gar einen Beleg für vermeintliche „Gewaltbereitschaft“ bei den Grünen:

Montagnachmittag: Bartosch entschuldigt sich

Am Montag entschuldigte sich Bartosch dann für seine polarisierende Aussage. Sein Tweet vom Vorabend sei „verkürzt und damit missverständlich“. Er wolle sich deshalb bei allen entschuldigen, welche den Sager „falsch aufgenommen“ hätten und „zurecht deswegen empört“ gewesen seien.

Gleichzeitig verteidigte er seine „inhaltliche Kritik“ am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System. Er sei dabei allerdings „übers Ziel hinausgeschossen“. Zuletzt hatten auch mehrere bekannte Journalisten wie Oliver Pink (Die Presse) und Anna Schneider (Addendum) die Aussage auf Twitter öffentlich hinterfragt.

2 Comments

2 Comments

  1. Avatar

    Elisabeth BLIEM-WEBER

    30. September 2019 at 16:46

    Es geht schon los mit den Forderungen um die Menschen hier in Österreich wieder mit Steuern zu belasten und noch weniger Geld zu haben . Es hat sich nichts geändert bei den Grünen

  2. Avatar

    Walter Gräbeldinger

    6. Oktober 2019 at 3:19

    KAPITALISMUS-KRITIK des GRÜNEN-FUNKTIONÄRS Bartosch und dessen feiger RÜCKZUG:
    Das sind die Überheblich-Phrasen der Feiglinge, die nie zu ihrem Wort stehen, diese „Helden“! Präzise und richtig ist es so gesagt: Die Hierarchie in einer Demokratie, wie wir sie halt jetzt haben (muß ja nicht sein – alternativ ein kluger menschenfreundlicher Monarch, ein gewähltes Gremium der 3 Intelligentesten und Beliebtesten usw.)geht halt so: 1. Der höchste Souverän ist der Wähler 2. Der zweithöchste Souverän ist die gewählte Regierung, mit dem Kanzler an der Spitze. Sie soll den überaus komplexen Corpus aller Volksinteressen kennen – er wird ja nicht einmal erfragt! – und ihm in sinnvoller Organisation zur Erfüllung verhelfen, damit alle Leute zufrieden sind, also ihre VERSORGUNG sichergestellt ist. Dazu wählt die Regierung die geeigneten VERSORGER aus. Das kann natürlich das Gesamtvolk sein, in unmittelbarem Eigeninteresse – Staatsbetriebe – oder auch ein fähiger PRIVATER VERSORGER. Hier aber erst beginnt das, was wir 3. WIRTSCHAFT nennen, also ein BEAUFTRAGTER des VOLKES letztlich, sein ANGESTELLTER! Um es klarzustellen: Es geht um die VERSORGUNG des VOLKES, und nicht um die VERSORGUNG des VERSORGERS! Dieser ist IM VOLKSINTERESSE, und um nichts anderes geht es, ZU ENTLASSEN, wenn er, statt das VOLK zu VERSORGEN, es mit SCHULDEN überhäuft, dabei sich selber aber – an diesem seinem DIENSTHERRN – bereichert! IST DAS KLAR AUSGEDRÜCKT, ODER VERSTEHT ES JEMAND NICHT ?!

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