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Gesellschaft

Identitäre: Freilich-Magazin untersucht „gelbe Flecken“ der ÖVP

Julian Schernthaner

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Mit einer brisanten Veröffentlichung lässt das patriotische Magazin Freilich aufhorchen: in einer neuen Broschüre stellt es Äußerungen und Inhalte der Identitären jenen der ÖVP gegenüber.

Graz. – Knalleffekt in der von der Volkspartei beförderten Debatte rund um ein mögliches Verbot der Identitären Bewegung (IBÖ): Eine pikante neue 13-seitigen Broschüre des Freilich-Magazins mit dem provokanten Titel „Die gelben Flecken der ÖVP“ stellt mit über 50 Belegen für sechs zentralen Themenkomplexe weitgehende Überschneidungen in der inhaltlichen Ausrichtung der beiden Akteure heraus.

Überschneidungen in allen gemeinsamen Themenbereichen

Die Studie, einer Aussendung des Freilich-Magazins zufolge aus der Feder hauseigener Populismusexperten, kontrastiert die Programmatik und Praxis der Kurz-ÖVP mit den Inhalten der Identitären und kommt dabei zum interessanten Schluss, dass es „eigentlich keinen Unterschied zwischen ’neuer Volkspartei‘ und Identitären in allen Themenbereichen, wo sie sich schneiden“ gäbe.

Um diesen Befund zu untermauern stellt das Magazin in seiner Studie sowohl Originalzitate hochrangiger Vertreter als auch offizielle Positionspapiere nebeneinander. Dabei zeigt sich auffällig: Egal ob Migrationsthema, die Frage nach einem ‚Bevölkerungsaustausch‘, das Themengebiet politischer Islam, die Forderung nach Leitkultur, ja sogar Ansätze bei Gedenkkultur und Familienpolitik sind oft inhaltlich dieselben. Überwiegend fällt dabei sogar ähnliches bis deckungsgleiches Vokabular.

Freilich: Kurz will „identitäre Inhalte für sich monopolisieren“

Dies bedeute demnach also: „Während sich die Identitäre Bewgung gegen die Unterstellung wehrt, extremistisch zu sein […] vollzieht sich auf innenpolitischer Ebene der paradoxe Prozess, dass identitäre Inhalte ganz woanders, aber in gleicher Dichte auftauchen.“ Deshalb biete sich die Frage, ob die neue Volkspartei bewusst oder unbewusst Ideen der Neuen Rechten rezipiere und in politische Praxis übernehme.

Damit einher gehe auch die Frage, aus welchen Überlegungen die Praxis der Volkspartei „weniger extremistisch sein soll als die Metapolitik der Identitären“, zumal Letztere „ihre Ideen friedlich vertreten“ würden. Man vermutet deshalb, dass Kurz „identitäre Inhalte für sich monopolisieren“ wolle. Damit könne die ÖVP verhindern, dass sie in ihrer Identitätspolitik „von rechts getrieben“ werde.

Die vollständige Freilich-Broschüre finden Sie zum kostenlosen Download >>hier<<.


Weiterlesen:

Umstrittener Vorschlag: ÖVP will Identitären‐Verbot vor Wahl durchboxen (9.9.2019)

Fallstudie: Ist die Identitäre Bewegung Österreich rechtsextrem? (AK Nautilus, 2018, 53 S.)

2 Comments

2 Comments

  1. Avatar

    Henriette

    17. September 2019 at 13:08

    Dieser Artikel paßt gut zu meinen Beobachtungen. Seitdem ich überwacht werde, d.h. seit Beginn der 90er Jahre, habe ich regelmäßig Ideen, Vorkommnisse, also viele Aspekte aus meinem Leben in Parteisprüchen und auch sonst im Programm der ÖVP wiedergefunden. Jedenfalls passierte es so häufig über Jahre und Jahrzehnte, daß es kein Zufall gewesen sein konnte. (Leider geht das so bis an mein Lebensende.)
    Es bestätigt meine Vermutung, daß die Leute, die mich überwachen und alle Bereiche meines Lebens manipuliert haben, großteils dieser Partei angehören. Ich fühle mich seit der Überwachung jedenfalls wie eine „Melkkuh“ oder ausgepreßte Zitrone… Es wird nur von mir genommen, ich bekomme nichts dafür zurück. Im Gegenteil, als „Gegenleistung“ erlebe ich nur Ungutes und Widerliches…
    Seit „Ibiza“ sehe ich noch deutlicher, wer hinter diesem Netzwerk steht. Es tut mir sehr weh zu sehen, daß es anderen so ähnlich ergeht wie mir!!

  2. Avatar

    Daniel M.

    17. September 2019 at 19:06

    Im Kampf gegen Rechts kündigte die AfD-Hasserin Melanie Amann bei Markus Lanz vor den Landtagswahlen in Mitteldeutschland an: „Wir machen da gerade eine Recherche zu, …“

    Da hat sich Freilich wohl gefragt: Warum sollte man vor Wahlen immer dem Spiegel solche Aufreißer und Bloßstellungen des politischen Gegners überlassen?! 😉

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