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Gesellschaft

Wien: Grönemeyer sorgt mit Aufruf „gegen Rechts“ für Empörung

Stefan Juritz

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Herbert Grönemeyer will eine „offene Gesellschaft“, die „keinen Millimeter nach rechts“ rückt. Das trichterte der Musiker seinen Fans in Wien auch lautstark ein.

Wien. – Der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer ist aktuell mit einem neuen Album auf Tour. Am vergangenen Donnerstag spielte der 63-Jährige deshalb auch ein Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle. Der Musiker nutzte seinen Auftritt aber nicht nur musikalisch, sondern auch für politische Zwecke, indem er Stellung gegen „Rechts“ bezog und sich dabei sichtlich in Rage redete.

„Kein Millimeter nach rechts“

Wörtlich sagte Grönemeyer: „Ich kannte das nur vom Hörensagen, in Zeiten zu leben, die so zerbrechlich, so brüchig und so dünnes Eis sind. Und ich glaube, es muss uns klar sein, auch wenn Politiker schwächeln, das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland, dann liegt es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat!“

Wer „rechtes Geschwafel“ für „Ausgrenzung, Rassismus und Hetze“ nutze, der sei „fehl am Platze“, so Grönemeyer. „Diese Gesellschaft ist offen und humanistisch.“ Schließlich brüllte er seinen Fans entgegen: „Kein Millimeter nach rechts! Keinen einzigen Millimeter nach rechts! Und das ist so. Und das bleibt so.“ Und er bekam dafür auch Applaus von den Zuschauern.

Reaktionen auf die Rede

Ein Videoausschnitt, in dem die umstrittenen Worte zu hören sein, sorgt seitdem für große Aufregung und auch reichlich Empörung in den sozialen Medien. Die Reaktionen fielen dabei ganz unterschiedlich aus.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas (SPD) etwa bedankte sich wie viele andere Linke bei Grönemeyer für dessen Worte: „Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft einzutreten und die Demokratie gemeinsam zu verteidigen. Danke an Herbert Grönemeyer und allen anderen, die das jeden Tag tun“, schrieb er auf Twitter.

Der linke Autor Bernd Stegemann hingegen erklärte auf Twitter hingegen: „Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht mir ein wenig Angst. Ich sags ungern, aber er klingt wie ein Redner vor 1945.“

Und auch der deutsche Journalist Boris Reitschuster schlägt in eine ähnliche Kerbe:

„Schockierend, aber nicht überraschend“

Schockiert zeigte sich unterdessen auch der konservative Publizist und Journalist Dushan Wegner darüber, dass Grönemeyer für seine Worte „von den üblichen ‚Guten‘ in Parteien und Staatsfunk gepriesen“ werde. „Schockierend, aber nicht überraschend. Immerhin ist nun Klarheit“, betonte Wegner in einem Tweet.

Scharfe Kritik übte die stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch. Grönemeyer und Maas wirft sie vor, eine Diktatur zu wollen. „Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe. Das ist Ton und Furor des neuen Terrors von links. Wer das unterstützt, ist – wie Heiko Maas – ein Fall für den Verfassungsschutz.“

8 Comments

8 Comments

  1. Avatar

    Hermine

    15. September 2019 at 17:58

    So etwas hatten wir doch schon einmal in der Vergangenheit. Wie viele der Neubürger hat Hr Grönemeyer schon aufgenommen und von seinem Geld versorgt und integriert hat? Man kann leicht so eine dumme Meinung haben, wenn man nicht in diesem Land lebt. Er kann ja dorthin wo es gerade für Ihm passt. Schrecklich. Ebenso glaube ich nicht das so viele Grönemeyerfans in Österreich sind. Das Publikum kam sicher hauptsächlich von Deutschland.

  2. Avatar

    Elisabeth Bliem Weber

    15. September 2019 at 21:30

    Ist der eigentlich noch ganz dicht? warum wird so etwas bei uns geduldet? warum wird der nicht sofort gestoppt und abgeführt ich fasse das nicht ,sind wir in den 30er Jahren angekommen? der verkauft wohl zu wenig von seiner Musik, braucht AUFMERKSAMKEIT?
    der ist ein Fall für den Verfassungsschutz außerdem sollte ein AUFTRITTSVERBOT IN ÖSTERREICH AUSGESPROCHEN WERDEN: Weiß diese grölende Menge eigentlich warum sie jubelt?

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    Zickenschulze

    15. September 2019 at 23:38

    Die Leute sind über die politischen Zustände, gemeint Richtungen und Inhalte der Parteien heute informiert.
    Jeder Schwenk, jedes Lamento hinterher, von wegen nicht gewusst, usw. wird, sobald Wahlen gelaufen, zur Posse.

    Betroffene wollen es nicht anders und verdienen sich das, was danach eintrifft.
    Jeder war gewarnt, durch Beispiele. Jeder. Speziell die Nichtwähler fahren das ein, was ihnen gebührt.
    Für alle unbedarften gilt: mitgehangen – mitgefangen. Eine definitiv gespaltene Gesellschaft liegt vor.

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    MauerBauer

    16. September 2019 at 9:45

    Wird Grölemeier jetzt ähnliche Repressalien aus der Musikindustrie zu befürchten haben wie weiland Andreas Gabalier?!

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    Klasube

    16. September 2019 at 10:45

    Schockierend und gruselig… wie ein Blick 80 Jahre zurück.
    Hätte sich ein „Rechter“ so aufgeführt, wäre er gesteinigt worden und halb Deutschland wäre der Schnappatmung verfallen. Aber Heiko darf ungestraft öffentlich huldigen und ich wette, auch Frank-Walter reibt sich die Hände.
    Unfassbar, wie überall mit zweierlei Maß gemessen wird und wie brainwashed ein Großteil der Öffentlichkeit ist…!

  6. Avatar

    Oliver Wilkening

    16. September 2019 at 19:46

    Ein international komplett unbedeutender Künstler auf Teelichtniveau führt sich als moralischer Oberlehrer auf, der in einer fatalen Mischung aus Volksgerichtshofrichter und Politkommissar Hassreden verbreitet. Unfähig, den Begriff „rechts“ zu definieren, prügelt er auf alles ein, was rechts von ihm steht. Keinen mm für Rechts, aber eine 8mm für die, die nicht ticken wie er. Seine Fans sollten sich in Acht nehmen, denn Typen wie Gröli räumen erst beim politischen Gegner auf und dann in den eigenen Reihen.

  7. Avatar

    Helmut

    28. September 2019 at 18:22

    Warum wurde mein Kommentar über diesen eingebildeten Typen gelöscht? Verträgt man hier die Wahrheit nicht? Es wurden auch schon etliche andere Kommentare von mir auf dieser Seite gelöscht. Wenn das so weiter geht, brauche ich hier ja nichts mehr lesen und schreiben. Dann besuche ich diese Seite eben nicht mehr.

    • Stefan Juritz

      Stefan Juritz

      29. September 2019 at 10:28

      Wir schalten keine Beleidigungen frei. Bitte darauf achten, dann werden die Kommentare auch veröffentlicht.

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