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Österreich

ÖVP/FPÖ: Kontroverse um Wahlwerbung mit identem Spruch

Julian Schernthaner

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Für einige Verwunderung sorgte die Enthüllung der Sujets der ÖVP für die kommende Nationalratswahl am 29. September – kommen mehrere Sprüche doch vom ehemaligen Koalitionspartner FPÖ bekannt vor.

Wien. – Die Kampagne für den kommenden Urnengang ist ganz auf Altkanzler Sebastian Kurz zugeschnitten, dem alle Umfragen einen Wahlsieg mit großem Vorsprung voraussagen. Dabei baut man, wie der ORF berichtet, eigenen Aussagen zufolge auf „Szenen auf dem echten Leben“. Sämtliche Werbeslogans werden auch von der Feststellung umrahmt: „Das ist mein Kanzler“.

Zwei Parteien – derselbe Werbeslogan

Für Aufregung sorgten allerdings diese Slogans selbst, denn der Spruch „Einer, der unsere Sprache spricht“ ziert bereits seit 21. August eine Wahlwerbung der FPÖ mit dem Konterfei von Ex-Innenminister Herbert Kickl. Die ÖVP glaubt deshalb, dass jemand den Freiheitlichen diesen Spruch zuspielte. Laut Darstellung der Partei war die türkise Grafik dabei längst in Produktion.

FPÖ warb bereits 1999 mit Spruch

Die Blauen kontern allerdings mit einem Hinweis auf die eigene Parteigeschichte. Denn, wie der Kurier berichtet, ersann diesen just Kickl damals für Jörg Haider im Nationalratswahlkampf 1999. Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache bei der Wienwahl 2015 etwa mit „Der Einzige, der unsere Sprache spricht“. Auch in anderen Wahlkämpfen verwendete man Slogans mit ähnlichem Duktus.

Hofer und Kurz appellieren beide an „Werte“

Die FPÖ ärgert sich deshalb und wittert den „nächsten ÖVP-Skandal“. Man fühlt sich dort seiner Markenzeichen beraubt. Dass die Volkspartei das freiheitliche Wahlprogramm übernehme, kenne man bereits. Mit der vermeintlichen Kopie der eigenen Slogans erreiche diese Partei nun aber „einen neuen Höhepunkt“.

Es ist übrigens nicht der einzige Slogan, welcher eine gewisse Ähnlichkeit zum jeweils anderen Wahlbewerber hat. So appellieren sowohl Plakate mit Kurz als auch mit FPÖ-Chef Hofer auf den Erhalt heimischer Werte. Der freiheitliche Generalsekretär Christian Hafenecker bezeichnete das Vorgehen der ÖVP in einer Aussendung als „schamlos“.

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