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Deutschland

„Kein Sprachrohr“: Maaßen geht auf Distanz zur AfD

Julian Schernthaner

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Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, dem Kritiker immer wieder unterstellen, mit der AfD zu kokettieren, erklärte nun, dass er die patriotische Partei als „politischen Gegner“ sieht.

Berlin. – Der Äußerung zuvor gegangen war eine Aussage des sächsischen AfD-Chefs Jörg Urban in der Welt, dass er Maaßen – der eigentlich der innerhalb der CDU konservativen WerteUnion angehört – als „Sprachrohr“ seiner Partei wahrnimmt. Denn auch selbst sage man „seit Jahr und Tag“, dass sich die Union „von konservativen Werten verabschiedet“ hätte.

Maaßen: „AfD ist unser politischer Gegner“

Diese Darstellung wollte Maaßen nicht auf sich sitzen lassen. Seiner Ansicht nach sei weder er selbst noch die WerteUnion insgesamt ein Sprachrohr für „eine andere Partei als den ‚harten Kern‘ der klassischen CDU“. Die AfD sei weiterhin der „politische Gegner“ seiner Partei, er setze sich dafür ein, dass diese in Sachsen zur stärksten Kraft werde.

Maaßen als Konservativer innerhalb der Union

Aber auch eine Koalition mit der AfD kann sich Maaßen derzeit nicht vorstellen, da er dieser ein „Problem mit Spinnern und Radikalen“ attestiert. Er tritt vielmehr dafür ein, „gemäß Franz-Josef Strauß‘ Diktum“ diese als demokratisch legitimierte Partei rechts der Union „überflüssig zu machen“. Dies sagte Maaßen kürzlich in einem Interview mit der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit.

Weil er bei der Bundespartei allerdings einen Linksruck identifiziert, forderte er vor wenigen Tagen die Sachsen-CDU auf, sich von der Bundespartei abzugrenzen – Die Tagesstimme berichtete. Diese Feststellung waren offenbar auch der Auslöser für das Gezerre mit Urban um das Erbe der früheren, konservativen CDU.

Immer wieder pointierte Aussagen

Im selben Interview kritisierte er damals übrigens auch, dass „erhebliche Teile der Linken demokratieunfähig“ seien und für eine Verengung der Meinungskorridor verantwortlich zeichnen würden. Immer wieder sorgt Maaßen mit exponierten Kommentaren für Aufsehen.

Etwa, als er im Juli den Mittelmeer-NGOs unterstellte ein „Shuttle-Service“ nach Europa zu unterhalten. Seine Zweifel an der Authentizität der vermeintlichen „Hetzjagd“-Videos kosteten ihn letztendlich im Vorjahr seinen Job als oberster Verfassungsschützer.


Weiterlesen:

Maaßen fordert Abgrenzung der Sachsen‐CDU von Bundespartei (18.8.2019)

Maaßen: „Erheblicher Teil der Linken ist demokratieunfähig” (9.8.2019)

„Shuttle‐Service”: Maaßen hinterfragt das Narrativ der ‚Seenotrettung’ (19.7.2019)

‚Einstweiliger Ruhestand’: Seehofer wirft Maaßen raus (5.11.2018)

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Widerstand

    23. August 2019 at 11:38

    Wie ich schon einmal geschrieben habe, spielt Maaßen die Rolle, die früher Bosbach und auch mal Seehofer gespielt haben. Sie geben sich als Kritiker der CDU Linie, sind aber nur Dampfplauderer, absolut nichts dahinter. Es ist Trend in den Parteien, sich solche Dampfplauderer zu halten. Prominente Beispiele sind der LÜGNER und BETRÜGER Herr Kurz oder auch Herr Hofer von der FPÖ. Damit betreibt man Wählerstimmenoptimierung, es soll die Offenheit der Partei für alle möglichen Positionen geheuchelt werden. Am Ende zählt nur eines:
    DAS, WAS TATSÄCHLICH GETAN WIRD.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    23. August 2019 at 12:48

    Nur Träumer faseln vom Überlaufen eines Roten.
    Rot ist eine Seuche aus dem Kopf. Rosa, Lila, alles aus demselben Sammelbecken.

  3. Avatar

    Rainer Seifert

    25. August 2019 at 15:28

    Würde Herr Maaßen sich nicht von der AfD distanzieren, er ist schließlich CDU Mitglied, hätte er viele Parteifreunde, die offen oder versteckt, mit ihm übereinstimmen, für seine Argumente verloren.

    Übrigens hält auch Rainer Wendt Distanz zur AfD. Ansonsten hätten die Gegner beider Warner leichtes Spiel.

    Bitte auch mal daran denken.

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