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Österreich

„Nicht willkommen“: Stelzer will patriotisches Zentrum in Linz verhindern

Julian Schernthaner

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Die Ankündigung der Identitären, in der Landeshauptstadt ein „konservatives Zentrum“ schaffen zu wollen, lässt die Wogen in Oberösterreich gehörig hochgehen.

Linz. – Ambitionierte Pläne haben die Leute von „Schanze Eins“ für die Stahlstadt: Um 400.000 Euro soll dort ein patriotisches Hausprojekt entstehen. Ziel des Projekts ist es einem Infoflyer zufolge, „Struktur und Freiraum für konservative, aktivistische Gruppen, Projekte, Initiativen in Oberösterreich” zu schaffen. Zu diesem Zweck möchte man – geplant ist eine patriotische Bar, ein Schulungszentrum, eine Bibliothek, Büroräume und Wohnmöglichkeiten für junge Aktivisten – Investoren für die Idee begeistern.

Stelzer: „In einem weltoffenen Land nicht willkommen“

Keine Freude mit diesen Plänen hat allerdings der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Gerade die kolportierte Nähe der künftigen Einrichtung zu Akteuren der Identitären Bewegung (IBÖ) stößt ihm sauer auf. Er möchte deshalb den OÖN zufolge „alles unternehmen, damit diese Pläne nicht realisiert werden“. Man will nun „alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen“, um die Einrichtung zu verhindern.

Zu diesem Zweck soll bereits am Montag der Landessicherheit zu dieser Angelegenheit tagen. Darüber hinaus ruft Stelzer alle Bürger seines Bundeslandes dazu auf, „keinerlei Immobilien zur Verfügung zu stellen“. Es brauche einen „oberösterreichischen Schulterschluss“ mit dem Grundtenor, dass die Identitären in einem „weltoffenen Land wie Oberösterreich nicht willkommen“ seien. Die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz möchte zudem eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Peschorn einbringen.

Verantwortlicher: Patrioten „gehören zur politischen Kultur“

Bei Steve Henschke, dem Verantwortlichen für das Projekt, stoßen derartige Aussagen des Landeshauptmanns auf große Verwunderung. „Wenn ich mich als weltoffenes Land hinstelle, müssen auch Patrioten und Konservative im Land willkommen sein. Patriotische Kräfte gehören zur politischen Kultur von Oberösterreich dazu“, so Henschke gegenüber der Tagesstimme.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass das Land Oberösterreich eine besonders scharfe Kante gegen die patriotische Protestgruppe fahren will. Erst im April entschieden die Parteien in Einklang, einen Sperrvermerk für den Landesdienst für Mitglieder der IBÖ prüfen zu lassen. Einen ähnlichen Vorstoß wagten ÖVP und NEOS kurz darauf auch für den Linzer Stadtmagistrat – Die Tagesstimme berichtete.

Zentrum als „unabhängiger Anlaufpunkt“ für Patrioten

Das Hausprojekt in Linz orientiert sich auch an bereits bestehenden Projekten im deutschen Sprachraum. Bekannteste derartige patriotische Einrichtung ist sicherlich das „AK16/Flamberg“ im Zentrum von Halle/Saale (Sachsen-Anhalt). Bis kürzlich verfügten die Identitären in Linz über ein kleines Zentrum im Haus einer örtlichen Burschenschaft. Nach der massiven negativen Berichterstattung kam es zur Auflösung des Mietverhältnisses.

Das neue „Konservative Zentrum“ soll nach Plänen der Verantwortlichen nicht nur Sympathisanten der Identitären zugute kommen. Man will allen interessierten Patrioten einen „unabhängigen Anlaufpunkt“ bieten. Aufgrund der zentralen Lage und leichten Erreichbarkeit von Linz sei das geplante Zentrum ein attraktiver Standort „auch für Patrioten aus dem süddeutschen Raum“. Die Versteigerung einer Requisite von Identitären-Chef Martin Sellner, deren Erlös in das Projekt fließt, brachte unlängst bereits 1800 Euro ein – gesucht werden aber noch Großspender.

6 Comments

6 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    28. Juni 2019 at 11:55

    Stelzer kommt und geht.
    Er ist nicht Linz und er ist nicht Österreich.

    Einbildung ist die schlechteste Bildung

  2. Avatar

    Widerstand

    28. Juni 2019 at 13:12

    NUR WENN DIE IB WEITERHIN ALLES RICHTIG MACHT, WIRD SIE AUCH SO STARK BEKÄMPFT WERDEN.
    NUR WER ALS EINE ECHTE GEFAHR GESEHEN WIRD, WIRD VOM SYSTEM VERFOLGT.
    NUR WER BESSER IST, WIRD ERFOLGREICH SEIN.

  3. Avatar

    Walter Gräbeldinger

    29. Juni 2019 at 23:37

    Sie sind ja alle selber schuld! … Wenn Sie immer Kampfbegriffe wählen, werden Sie halt auch bekämpft, sie wollen ja kämpfen, nun dann kriegen Sie auch Ihren Kampf! Warum wählen Sie nicht Ihren Namen so : FREUNDE ÖSTERREICHS – UNSERER HEIMAT . Glauben Sie, auch nur irgendjemand würde Sie da „bekämpfen“?

  4. Avatar

    Widerstand

    30. Juni 2019 at 12:44

    Wenn man sich die Aussagen von einem Herrn Haimbuchner ansieht (nur im Parlament …), dann fragt man sich, ob das der richtige Mann am richtigen Platz ist. Nur damit ist zu erklären, warum ein Herr Stelzer sich so weit aus dem Fenster lehnen kann, immerhin ist die FPÖ der Koalitionspartner. Was tut die FPÖ eigentlich noch alles, um sich der Macht anzubiedern. Die FPÖ muss dringend auf den Prüfstand, ob diese Partei überhaupt verlässlich ist und jemals war. Viel heisse Luft, wenige Pseudoaktionen (Taferl, lahme Pferde,…) Wann hat die FPÖ jemals Leute massenweise auf die Strasse gebracht, was sie hätte tun können, vor allem 2015, da war es, ausser ein paar verbale Attacken, sehr ruhig von seiten der FPÖ, auch das, was sie in der Regierung abgeliefert hat, war gesellschaftspolitisch NICHTS. Immer die Schuld auf den Koalitionspartner zu schieben, ist zu wenig. Die Grenzen sind nach wie vor TOTAL OFFEN, massenhafte Abschiebungen hat es NICHT GEGEBEN. Alles andere ist Symbolpolitik. Tut mir leid.

  5. Avatar

    Peter Hofmüller4

    30. Juni 2019 at 17:17

    Unfassbar ,dieser Stelzer!Auf Patrioten eindreschen,ansonst nicht viel ,los !

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