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Gesellschaft

Deutscher Bischof verurteilt „Kriminalisierung“ von Mittelmeer-NGOs

Monika Šimić

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Dass „Menschen, die Ertrinkende aus dem Mittelmeer retten, dafür auch noch kriminalisiert werden“, sei „eine Schande“ für ganz Europa, so Bedford-Strohm.

München. Der Münchner Bischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die „Kriminalisierung“ von privaten Mittelmeer-NGOs verurteilt. „Menschen ertrinken zu lassen, kann keine migrationspolitische Lösung sein“, so der Bischof zur Bild-Zeitung. Es käme auch „niemand auf die Idee, einen Unfallfahrer, der unangeschnallt an einen Baum gefahren ist, zur allgemeinen Verkehrserziehung verbluten zu lassen.“

Beford-Strohm fürchtet keinen „Sog-Effekt“

Bedford-Strohm bezeichnet die Tatsache, dass „Menschen, die Ertrinkende aus dem Mittelmeer retten, dafür auch noch kriminalisiert werden“, als „eine Schande“ für ganz Europa. Er wies die Argumente, es könne dadurch einen „Sog-Effekt“ geben, zurück. Es gebe schon lange kaum noch Retter in den Gewässern vor Libyen und „dennoch haben fast 3.000 Menschen in den letzten 18 Monaten ihr Leben im Mittelmeer verloren“. Bedford-Strohm lehnte auch eine Rückführung von aufgenommenen Migranten an die nordafrikanische Küste ab. Die Menschen auf den Booten kämen aus Lagern in Libyen, in denen „grausamste Zustände“ herrschen. Sie seien „Zwangsprostitution, Folter und Sklavenarbeit ausgesetzt, um sich das Geld für die Überfahrt zu verdienen“, so der Bischof.

Neuer „Verteilmechanismus“ notwendig

„Verbrecherische Schlepperbanden“ würden diese Migranten dann in Boote setzen. „Wenn man diese Menschen wieder der sogenannten libyschen Küstenwache übergibt, beginnt dieses Martyrium von neuem. Das kann keine Lösung sein“, argumentiert Bedford-Strohm. Stattdessen fordert er eine neue Debatte über legale Flucht-und Asylwege. „Es kann nicht sein, dass man ein Asylverfahren nur bekommt, wenn man sich zuvor auf dem Weg nach Europa in Lebensgefahr gebracht hat“, so der Bischof. Es sei ein „Verteilmechanismus, der gerettete Menschen in verschiedene Länder Europas in Sicherheit bringt“, notwendig. Er verwies auf die Bereitschaft vieler Städte, diese Migranten aufzunehmen (Die Tagesstimme berichtete).

2 Comments

2 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    17. Juni 2019 at 16:14

    „Es käme auch „niemand auf die Idee, einen Unfallfahrer, der unangeschnallt an einen Baum gefahren ist, zur allgemeinen Verkehrserziehung verbluten zu lassen.”
    Das ist das Bestechende an den Argumenten der Gutmenschen, dass sie auf den ersten Eindruck hin logisch und einleuchtend sind – aber eben nur auf den ersten!
    Erstens begeben sich diese Menschen bewusst und unter Inkaufnahme aller Risiken in Gefahr, um illegal und unter Umgehung aller Rechtsvorschriften in ein anderes Land gebracht zu werden. Zweitens verlassen sie sich darauf, „gerettet“ zu werden, was einer Nötigung gleichkommt und drittens könnte man sie „retten“ und in den nächstgelegenen Hafen an Land bringen (und der ist nicht in Europa)!
    Wir können und wollen nicht alle bei uns aufnehmen und rundum versorgen – nehmt das bitte ein für allemal zur Kenntnis, ihr Guten und Barmherzigen. Eure Ansichten und euren Willen allen anderen aufzwingen zu wollen und dabei über Mittel und Ressourcen verfügen, die euch nicht gehören, ist arrogant und unverschämt…!

  2. Avatar

    André Frost

    20. Juni 2019 at 18:48

    „Deutscher Bischof verurteilt „Kriminalisierung” von Mittelmeer‐NGOs“

    Jaaa…aus dem einfachen Grund,jeder Armutsmigrant weniger bedeutet weniger Profit in den Kassen von Caritas und Diakonie…ziemlich durchsichtiges Palaver vom Kirchenheini.
    Wenn die Kirche immer so vollmundig mit christlich humanitärer Hilfsverpflichtung brüstet,dann kann sie auch ihr Kirchenvermögen und die Kirchensteuern der Kirchgänger für die Versorgung dieser Seenottäuscher ausgeben,ich hab mit Kirche nix am Hut und verwehre mich dagegen,für solchen Schwachfug mißbraucht und zur Kasse gebeten zu werden.
    Kirche will helfen also soll Kirche auch zahlen,unsere Volksgemeinschaft ist nicht dazu verpflichtet Armutsmigration zu unterstützen und zu finanzieren.

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