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Österreich

Strache: „Schmutzkübel-Kampagne in Silberstein-Manier“

Stefan Juritz

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Heinz-Christian Strache gab am Samstag in einer Stellungnahme seinen Rücktritt bekannt. Darin sprach Strache von einer „Schmutzkübel-Kampagne in Silberstein-Manier“, gab jedoch auch Fehler zu.

Wien. – Es wurde bereits seit Freitagabend darüber spekuliert, nun ist es Gewissheit: Heinz-Christian Strache tritt als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurück (Die Tagesstimme berichtete). Norbert Hofer übernimmt unterdessen die Parteiführung.

Strache: „gezieltes politisches Attentat“

Kurz nach 12 Uhr trat Strache vor die Journalisten, um eine Stellungnahme zur sogenannten „Video-Affäre“ abzugeben. Er bezeichnete die Enthüllungen als „gezieltes politisches Attentat“ und sprach von einer „niederträchtigen Schmutzkübel-Kampagne in Silberstein-Manier“.

„Mit illegalen Mitteln wurde versucht, Gudenus und mich zu Straftaten zu bestimmen“, so Strache, der betonte, immer wieder auf die „Einhaltung der Regeln des Rechtsstaates“ verwiesen zu haben. Er verlange die Herausgabe dies gesamten Videomaterials und wolle rechtliche Schritte prüfen. „Der einzige strafrechtliche Verstoß, der vorliegt, ist diese geheimdienstlich inszenierte Lockfalle.“

„Ja, es war dumm und ein Fehler“

Dennoch gab Strache zu: „Ja, es war dumm und ein Fehler.“ Weiters bezeichnete er den Vorfall als eine „bsoffene Gschichte“. „Nüchtern gesehen war es peinlich.“ Es habe sich um ein „typisch alkoholbedingtes Machogehabe“ gehandelt, mit der er die „attraktive Gastgeberin“ beeindrucken habe wollen.

Mit seinem Rücktritt will Strache nun die türkis-blaue Regierung retten. „Meine Person darf nicht der Grund sein, einen Vorwand zu liefern, diese Regierung zu sprengen“, erklärte der bisherige Vizekanzler. Ob es dennoch zu Neuwahlen kommt, wird sich erst am frühen Nachmittag zeigen – um 14 Uhr gibt Bundeskanzler Sebastian Kurz eine Stellungnahme ab.

Ibiza-Video bringt Strache zu Fall

Hintergrund des Rücktritts ist das Bekanntwerden eines heimlich aufgenommenen Videos aus dem Sommer 2017, das die Süddeutsche Zeitung und Der Spiegel am Freitagabend veröffentlicht hatten.

In dem Video sieht man die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte. Dabei ging es laut veröffentlichtem Videomaterial unter anderem um finanzielle Unterstützung für die FPÖ, öffentliche Aufträge, sollten die Freiheitlichen nach der Nationalratswahl in die Regierung kommen, und eine Übernahme der Kronen Zeitung.

Was die beiden FPÖ-Politiker jedoch nicht wussten: Das Treffen war offensichtlich eine Falle, bei der angeblichen reichen Russin handelte es sich bloß um einen Lockvogel. Wer hinter dem belastenden Video steckt und warum genau es erst zwei Jahre später an die Öffentlichkeit kam, ist bisher unbekannt. Wie Die Presse berichtete, sollen nicht näher genannte „Geheimdienstler“ eine „Inszenierung eines westlichen Geheimdienstes“ vermuten. Die Arbeit würde „auf absolute Profis hindeuten“, wie es im Bericht weiter heißt.

4 Comments

4 Comments

  1. Avatar

    Peter Lüdin

    18. Mai 2019 at 14:04

    „Schwarzgeld“
    Es geht hier nicht nur um mögliche Korruption, sondern auch um den Vorwurf der versuchten Geldwäsche. Denn die angebliche Oligarchin deutet mehrmals an, dass es sich dabei um Schwarzgeld handelt. Trotzdem bleiben H. C. Strache und J. Gudenus unberührt stundenlang bei dem Treffen sitzen. Also stehen hier auch mögliche Käuflichkeit und Geldwäsche im Raum.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    18. Mai 2019 at 15:47

    Eine Sache ist es Macht an sich zu reißen, eine andere es besser zu machen als Haider.
    Ein harter Abgang, aber davon geht die Welt nicht unter.
    Die FPÖ kann zeigen, was sie drauf hat.
    In der Krise liegt die Chance einer Reorganisation.
    Hat sie s drauf, geht sie gestärkt daraus hervor.
    Wenn nicht räumt sie das Feld für eine neue Bewegung.

  3. Avatar

    Ernst

    19. Mai 2019 at 14:42

    Fakt ist: hier ist von SPÖ, Grün, Links eine Galiinsfigur der Europäischen Konservativen zu Fall gebracht worden!

    Es war ganz klar ein politisches Attentat!

    Und das, wie H.C. es gesagt hat, bestimmt mit Hilfe von Geheimdiensten! Mal sehen, was die Geheimdienste sich bei Salvini und Le-Pen einfallen lassen…

    Zusätzlich müssen Konservative und Patrioten gegen die geballte Ladung Fake News der Massenmedien kämpfen! Lücken -und Lügenpresse… fest in Links Grüner Hand und inzwischen nur noch Propaganda für Flüchtlinge, Globalismus und Islam verbreiten.

    Ein Beispiel: Zweifel und Fake News verbreiten geht so:

    http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Neues-brisantes-Video-aufgetaucht-Strache-spricht-ueber-Sex-Orgien-von-Kurz/380589584

    https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Neues-brisantes-Video-aufgetaucht-Strache-spricht-ueber-Sex-Orgien-von-Kurz/380589584

  4. Avatar

    Zickenschulze

    20. Mai 2019 at 15:45

    Strache ist keine Gallionsfigur. Er ist ein Rabauke und handelt fahrlässig.
    Hätten die beiden überführten Herren ausreichend Grips, hätten sie die Falle riechen können.
    Strache gibt sich zwielichtig.
    Er ist kein echter Rechter.
    Freiheitliche Wähler mit Verstand laufen jetzt nicht auch nicht auf und davon.

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