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Frankreich: Immer häufiger Angriffe auf katholische Kirchen

Monika Šimić

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Wie offizielle Zahlen des französischen Innenministeriums zeigen, sind katholische und christliche Kirchen besonders oft Ziel von Vandalismus.

In Frankreich sind in den vergangenen Wochen mehrere Kirchen entweiht oder Ziel von Vandalismus geworden, wie das Portal „katholisch.de.“ berichtet. Bislang wollte sich die Französische Bischofskonferenz noch nicht offiziell zu den Vorfällen äußern. Man wolle kein Öl ins Feuer gießen, wie es hieß. Der Sprecher der Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas, äußerte sich jedoch über Twitter: „Kirchen brannten, wurden geplündert und entweiht. Wir können uns nie daran gewöhnen, dass Orte des Friedens Opfer von Gewalt werden, dass der Leib Christi, das schönste und wertvollste für uns, mit Füßen getreten wird“, schreibt er.

„Angriff auf den katholischen Glauben“

Einige Ortsbischöfe zeigten sich empört über die Vorfälle. So sprach der Bischof Bernard Ginoux von Montauban, wo Unbekannte ebenfalls eine Kirche beschädigten, von einem „direkten Angriff auf den katholischen Glauben“. Außerdem belegen auch offizielle Zahlen des Innenministeriums, die die Zeitung Le Figaro veröffentlichte, dass katholische und christliche Kirchen besonders oft Ziel von Vandalismus seien. So entfielen allein im Jahr 2017 878 von insgesamt 978 Vorfällen an Kultusorten auf christliche Kirchen. Im Februar dieses Jahres registrierte man in Frankreich bereits 47 Angriffe.

Die Beobachtungsstelle gegen Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa der Kommission der Bischöfe in der EU (COMECE) spricht in diesem Zusammenhang von einer signifikanten Zunahme: „Ich denke, es gibt eine wachsende Feindseligkeit in Frankreich gegen die Kirche und ihre Symbole. Sie scheint sich gegen das Christentum und die Symbole der Christenheit insgesamt zu richten“, so die Geschäftsführerin der Beobachtungsstelle.

Christenfeindliche Übergriffe nehmen zu

Wie es auf dem offiziellen Presseportal der Priesterbruderschaft St Pius X heißt, hat das französische Innenministerium am 12. Februar 2019 einen Bericht über rassistisch und antisemitisch motivierte Übergriffe in Frankreich veröffentlicht. Wie die Zahlen belegen, sind rassistisch und xenophobisch motivierte Übergriffe um 4,2 Prozent und damit auf 496 Fälle im Jahr 2018 gesunken. Übergriffe auf Muslime erreichten seit 2010 gar ihren Tiefstand mit etwa 100 dokumentierten Fällen. Mit 1.063 dokumentierten Fällen im Jahr 2018 sind christenfeindliche Übergriffe im Vergleich zum Jahr 2017 sogar weiter gestiegen.


Beinahe tägliche Angriffe

Von den Angriffen, die beinahe schon täglich zu beobachten sind, sind Kirchen in ganz Frankreich betroffen.

4. Februar: In der St. Nikolauskirche in Houilles, Yvelines, wird eine Statue der Heiligen Jungfrau Maria zerschmettert auf dem Boden vorgefunden. Das ist bereits der dritte Vorfall in 10 Tagen, die der Pastor der Polizei meldet.

5. Februar: In der Kathedrale Saint-Alain in Lavaur brennen ein Altartuch und die Krippe. Zwei Jugendliche werden festgenommen.

6. Februar: Ein Gemeindemitglied entdeckt in der Kirche Notre-Dame-des-Enfants in Nîmes ein mit Exkrementen gezeichnetes Kreuz an der Wand. Der Eindringling brachte daran Hostien an. Die restlichen Hostien aus dem Tabernakel waren verschwunden.

9. Februar: Ein Unbekannter dringt in den Morgenstunden in die Kirche im Stadtzentrum von Dijon ein und verstreut Hostien aus dem Tabernakel um den Hauptaltar. Zudem verwüstet er den Chorraum.

Im März kam es außerdem zu einem Brandanschlag in der bekanntesten Pariser Kirche Saint-Sulpice, der einen Schaden von 900.000 Euro verursachte. Bei dem Vorfall war das äußere Holzportal des Südquerhauses in Flammen aufgegangen. Auch ein Glasfenster wurde durch das Feuer beschädigt.

Kathedrale in Pariser Problemzone angegriffen

Erst vor Kurzem kam es auch in der Problemzone von Paris, Saint-Denis, zu einem Übergriff auf die Kathedrale. Unbekannte zerschlugen in der Nacht vom 2. auf den 3. März Fenster der Kathedrale Saint-Denis und beschädigten nach dem Einbruch die wertvolle Orgel schwer. Die Kathedrale ist unter anderem deshalb so bekannt, weil sie für die Nekropole der französischen Könige steht. In der Basilika liegen alle Monarchen des Landes – mit Ausnahme von dreien – bestattet.

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