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Kultur

Weil Weiß beginnt: Schach-Stars drehen Video gegen Rassismus

Julian Schernthaner

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Zum internationalen „Tag gegen Rassismus“ am 21. März fand ein zwölfstündiges Schachturnier statt, bei dem sämtliche Partien vom Spieler mit den schwarzen Figuren eröffnet wurden.

Oslo. – Der Schaukampf wurde von einem Kampagnenvideo begleitet, in dem der norwegische Schachweltmeister Magnus Carlsen und der niederländisch-russisch-nepalesische Großmeister Anish Giri die Motivation dahinter erklären. Das Ganze spielt auf den seit dem 19. Jahrhundert gültigen Usus an, dass der Spieler mit den weißen Figuren eine Schachpartie beginnt.

Zugumkehr als Zeichen gegen Rassismus

Sie thematisieren unter #MoveForEquality dabei den Fakt, dass im Schach weiße Figuren häufiger Spiele gewinnen, weil ihr Spieler einen Zugvorteil besitze. Sie stellen zwar fest, dass diese Regel nie etwas mit „Rasse oder Politik“ zu tun hatte. Allerdings könne man sie brechen, um ein Zeichen zu setzen.

Damit wollen sie an alle Menschen „eine Botschaft senden“, welche der Meinung wären, dass „die Farbe einen Vorteil schaffen sollte“ – im Schach oder im Leben, so Carlsen im Video. Die beiden Schachstars setzen sich daraufhin vor das Spielbrett und lassen den Spieler mit den schwarzen Figuren – ironischerweise Carlsen – den ersten Zug machen.

„Gleichheitsdebatte um neue Sichtweise bereichern“

Es sei schwierig, seine Denkweise an einen umgekehrten Beginn anzupassen, so Giri. Aber wenn dies im Spiel gelinge, könne man Menschen dabei helfen, „im echten Leben umzudenken“. In einer Aussendung fügt Carlsen hinzu, dass man das Brett gedreht habe, um „mit dem Schachspiel die Gleichheitsdebatten um eine neue Sichtweise zu bereichern“.

Carlsen eroberte die Weltmeisterschaft erstmals 2013 mit einem dominanten Sieg gegen seinen Vorgänger Viswanathan Anand aus Indien. Im Vorjahr verteidigte er seinen Thron erst im Stechen gegen den US-Amerikaner Fabiano Caruana. Giri wiederum befindet sich in der Elo-Rangliste derzeit auf Rang vier.

Negative Reaktionen auf Video überwiegen

Kurioser Fakt am Rande: Als er im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl einigen Gegenwand für positive Kommentare über den damaligen republikanischen Kandidaten und nunmehrigen Amtsinhaber Donald Trump erfuhr, beschwerte er sich über die „politische Korrektheit“ seiner Landsleute.

Das nunmehrige Video erfreute sich bislang keiner besonderen Beliebtheit. Trotz der Popularität der beiden jungen Schachstars sahen bis dato nur etwa 22.000 Menschen die Botschaft. Das Feedback darauf fiel überwiegend negativ aus – weniger als 1.500 positive bei beinahe 2.000 negativen Reaktionen.

5 Comments

5 Comments

  1. Avatar

    Welten Adler

    29. März 2019 at 18:18

    Gibt es nicht das Sprichwort beim Schach „Weiß beginnt, Schwarz gewinnt“?

  2. Avatar

    Sebastian

    30. März 2019 at 8:00

    „Weiß beginnt, Schwarz gewinnt“ — Diese Worte hat mein Vater von Kleinauf zum Beginn eines jeden Spiels geprägt und bis zum heutigen Tage hatte ich beim Schach keine Assoziation zu Nationalitäten, Ethnien oder Rassen.

    Durch solche sinnbefreiten Videos tragt ihr (liebe Gutmenschen) eine nicht unerhebliche Mit-Verantwortung für den wachsenden „Rassismus“ in unseren Köpfen. Dank euch wird mein bisher friedfertiges, sehr ruhiges und nachdenkliches Spiel zu einem Kampf der Hautfarben werden. Tolle Leistung!

    So schnell werden Smoothies, Taktiksport und der Bundstiftkasten meines kleinen Neffen zu einem Schlachtfeld eurer kranken Ideologien.

  3. Avatar

    Zickenschulze

    31. März 2019 at 5:29

    Richtig. Wer ständig Mundspülungen mit Rassismus beteibt, hat ein Problem jemand Fähigeren über sich zu akzeptieren, um sich herum anzuerkennen.
    Nur Dummheit verweist auf die oberflächliche Artikulation „Rassismus.

    Die gefährlichsten Leute sind die „Wohlmeinenden“, denn sie sind von ihren dummen Handlungen auch noch bis in die letzte Zelle überzeugt.

  4. Avatar

    Frank

    31. März 2019 at 10:35

    Das Vorrücken von weißen Gutmenschen und Gutmensch[Innen] (man sehe mir das ironische „Gendering“ nach) auf dem Schachbrett zum gegnerischen, schwarzen Lager treibt immer seltsamere Blüten. „Weiß beginnt, Schwarz gewinnt“ habe ich von Kindheit an im Schachspiel gelernt. Diesen Grundsatz hatten beide Schachspieler in ihrer Betriebsblindheit wohl nicht mehr vor Augen, denn sonst hätten sie auf dieses Video getrost verzichten können. Dabei „neutralisiert“ ja dieser Grundsatz geradezu einen vermeintlichen Vorteil für die weißen Figuren aufgrund deren Eröffnungsvorteils!

    Wenn die Gutmenschen den Rassismus zur Aufrechterhaltung ihrer absurden Weltanschauung und im „Kampf gegen Rechts“ brauchen, dann mögen sie bitte mit Schwarz beginnen und so dem Nazi-Eintopf eine modifizierte Rezeptur verleihen. Nur schade, dass beide Schachspieler weiß sind. Wäre es ein schwarzer und ein weißer Schachspieler gewesen, hätte man den schwarzen (sorry, politisch korrekt: den Schachspieler mit „dunklem Teint“) vor die weißen Figuren, den weißen vor die schwarzen Figuren setzen können.

    Die wahren Rassisten sind jene Gutmenschen, die es nötig haben, eine Spielregel zu brechen, um eine Konnotation zur Hautfarbe in den Köpfen der och Gesunden zu installieren. So wird man unfreiwillig dahingehend konditioniert, irgendwie an eine Hautfarbe denken zu müssen, wenn man schwarz oder weiß spielt (also künstlich implantierte Zwangsneurosen). Das trifft auch auf andere Spiele mit schwarzen und weißen Steinen zu. So machen die Kranken die Gesunden krank! Wie sehr sich doch jene Kranken mit geradezu tourett‘scher Grandesse verbiegen müssen, um irgendwie bei der Farbe Weiß, die uns alltäglich begegnet, den Rassismus heraus zu kitzeln! Werden demnächst auf der Straße etwa weiße Zebrastreifen in schwarze umgepinselt? Das ist ausnahmsweise hier undenkbar, denn auf Schwarze tritt man nicht. Ansonsten wären der ideologischen Kreativität dieser „Patient*Innen“ auch hier sicherlich keine Grenzen gesetzt.

    Jene „Gutmeinenden“ tragen dazu bei, dass sich die Gesunden durch ideologisch verminte Diskursfelder bewegen müssen, wenn es um das Thema Rassismus geht. Es sind die Kranken, die weiße und schwarze Spielfiguren mit Rasse und Hautfarbe in Verbindung bringen, nicht die Gesunden.

    Beim nächsten Schachspiel dürfte beim mit Weiß beginnenden Spieler der _Pawlow’sche Hund_ nicht lange auf sich warten lassen.

  5. Avatar

    Lefzensabber

    2. April 2019 at 9:05

    Diesen Artikel hätte ich eigentlich & ausschließlich zum ersten April erwartet. Jeder gesunde Geist muss an dieser Welt zerbrechen…

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