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Gesellschaft

Mittelmeer-NGO stellt Betrieb der Aquarius im Mittelmeer ein

Monika Šimić

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SOS Mediterranee stellt den Betrieb der „Aquarius“ ein. Man bemühe sich aber bereits um ein neues Schiff, um der bisherigen Tätigkeit auch in Zukunft nachkommen zu können.

Marseille. Wie vor Kurzem bekannt wurde, wird die Mission des seit Wochen festgesetzten NGO-Schiffs „Aquarius“ im Mittelmeer beendet. „Die Einstellung des Betriebs der ‚Aquarius‘ war eine äußerst schwierige Entscheidung“, erklärte gestern der Geschäftsführer der Hilfsorganisation SOS Mediterranee, Frederic Penard. Die Organisation teilte am Donnerstagabend in Berlin mit, dass der Entscheidung „eine Reihe von gezielten politischen Angriffen auf die lebensrettende Arbeit der Hilfsorganisation“ vorausgegangen sei. SOS Mediterranee bemühe sich aber bereits um ein neues Schiff.

Illegale Müllentsorgung

Derzeit befindet sich das Schiff „Aquarius“, das von Ärzte ohne Grenzen (MSF) und SOS Mediterranee betrieben wird, im französischen Marseille. Dem Schiff wurde zweimal die Flagge entzogen. Erst vor zwei Wochen drohte Italien mit der Konfiszierung des NGO-Schiffs. Der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurde vorgeworfen, illegal Müll in Italien entsorgt zu haben. Daraufhin hat die Regierung in Italien die Häfen des Landes für Seenotretter weitgehend dicht gemacht.

NGO auf willige Reedereien angewiesen

„Wir haben den Höhepunkt der Kriminalisierung von humanitärer Hilfe auf See erreicht. Dass wir jetzt dazu gezwungen sind, den Betrieb der ‚Aquarius‘ einzustellen, während europäische Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung, Menschen im Mittelmeer zu retten, nicht gerecht werden, ist ein Armutszeugnis für Europa“, sagte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Mediterranee Deutschland. Man sei nun „auf die Initiative von mutigen Reedereien angewiesen, die bereit sind, ein Zeichen der Solidarität“ zu setzen.

Kritik an Aquarius und Mittelmeer-NGO

Verschiedene Akteure kritisierten in der Vergangenheit die Tätigkeit der Mittelmeer-NGO. So unterstellte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) den Mittelmeer-NGOs vor ungefähr zwei Monaten eine Zusammenarbeit mit Schleppern. Außerdem würde die „Aquarius“ der libyschen Küstenwache stets zuvorkommen, was eine „absurde Situation“ darstelle. Etwa zur gleichen Zeit protestierten in Marseille mehrere Aktivisten der Generation Identitaire im Büro von SOS Mediterranee und warfen der NGO eine Komplizenschaft in Bezug auf Menschenhandel vor.

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    7. Dezember 2018 at 16:46

    Wie eben im Bayerischen Rundfunk gehört kaufen sie ein neues Schiff. Kleiner wird das wohl nicht werden.

    Etwas Taschengeld vom Paten Soros bekommen?

  2. Avatar

    Zickenschulze

    7. Dezember 2018 at 23:39

    Geld ausreichend genug vorhanden.

  3. Avatar

    Peter Lüdin

    8. Dezember 2018 at 10:10

    „In den letzten zwei Monaten, als die Menschen weiterhin auf dem Seeweg auf der tödlichsten Migrationsroute der Welt flohen, blieb der Aquarius im Hafen und konnte seine humanitäre Arbeit nicht verrichten“
    Unfassbar, wie binnen kurzer Zeit der öffentliche Diskurs von Menschenschleppern gekapert wurde, die humanitäre Selbstverständlichkeiten in das perverseste Gegenteil wenden.

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